Juliheft

Im Aufmacher entdeckt der Literaturwissenschaftler Eric Bennett eine erstaunliche Verbindung zwischen dem Iowa Writers‘ Workshop, der Gründungsstätte des Creative Writing in den Vereinigten Staaten, und dem Geheimdienst CIA. Jens Soentgen (frei lesbar im pdf) erzählt von Adolf Hitlers bestimmender Rolle in der Geschichte des Kunstkautschuks Buna-S. Im zweiten Teil ihrer Bukowina-Erinnerungen sucht Edith Lynn Beer 1979 nach Spuren ihrer Familie in deren alter Heimat. In Christian Demands erster Memorialkolumne geht es um Stolpersteine, Kriegsmuseen und von Hermann Göring geschossene Hirschgeweihe. Matthias Dell verfolgt in seinem Medienkolumnen-Debüt eine RBB-Rundfunkratssitzung. Marcel Lepper erwidert prophilologisch auf Thomas Steinfelds Merkur-Essay »Theorie und Methode in der Philologie« im Maiheft. Und Hannes Bajohr (frei lesbar im pdf) erklärt die Reize der digitalen Literatur.

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dk


1 Kommentare

  1. Jochen Melchior sagt:

    Bajohrs Text ist erfrischend, danke dafür. Auch wenn ich als „Normalleser“ zugeben muss, mich mit seiner und der von ihm propagierten Lyrik schwer zu tun. Ich lese sie, zumindest gelegentlich, aber sie wirkt meist ein wenig aseptisch auf mich – und oft auch recht intellektualistisch. Aber ich will das gar nicht zu sehr kritisieren. Dass vielen, sehr vielen deutschen Autoren (nicht nur den Älteren, auch den jungen Authentizitäts-Aposteln) eine gewisse Abneigung gegen des Digitale bzw. die genuin neuen Möglichkeiten des Digitalen zu eigen ist, ist bekannt – und Bajohrs Trennung von Netzliteratur und digitaler Literatur durchaus erhellend. Und doch: Es gibt – außerhalb der Poesie, die, gerade in dieser digital-avantgardistischen Form, nur einen sehr „beschränkten“ Leserkreis hat – durchaus einige, die die Möglichkeiten der digitalen Literatur wenn schon nicht durch-, so doch zumindest anspielen. Und da geht es nicht nur um Hyperficiton (siehe z.B. die Liste mit Beispielen und Werken von Johannes Auer unter http://auer.netzliteratur.net/netzliteraturprojekte.htm) und Algorithmen u.ä., sondern auch um die neuen ökonomischen Möglichkeiten. Stichwort: freie Lizenzen, Creative Commons usw. Ich denke da an Autoren wie Francis Nenik, der im „Merkur“ vor ein paar Monaten mit einem Essay präsent war und vor ein oder zwei Jahren mit „XO“ einen ziemlich „digitalen“ und überdies frei verfüg- und veränderbaren Roman geschrieben hat, auch wenn das Buch ebenso gedruckt wurde. (http://www.the-quandary-novelists.com/xo/) Kurz gesagt: Die Hauptaufgabe dieser und ähnlicher Literatur – und das ist keineswegs zynisch gemeint – scheint es mir zu sein, von den Möglichkeiten zu künden, die wir – als Literatur – vielleicht immer nur ansatzweise und kurzzeitig aushalten, die sich aber als „digitale Realität“ immer tiefer in unsere Köpfe und Körper fressen, oft genug, ohne dass wir es bemerken. Insofern: Dank für den Essay.

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