Merkur FAS Baecker

Bislang leider nicht Jetzt online: Im Aufmacher des FAS-Feuilletons denkt Claudius Seidl über den Negativzins nach – und zwar mit doppeltem Verweis auf den Merkur. Zunächst geht es um Dirk Baeckers Januar-Aufsatz Zur Nullzinspolitik der Notenbanken (hier als pdf): „An den Anfang seiner Überlegungen (denen man nicht in all ihren Winkelzügen folgen muss) stellt Baecker die Frage, ob der negative Zins womöglich ein Zeichen dafür sei, dass das Geld selbst, als Medium des Tausches, an Bedeutung verliere; dass also nicht etwa der Wert einer bestimmten Währung sinke, sondern der des Geldes insgesamt. Der Gedanke ist insofern sympathisch, als er die Begründung dafür liefert, weshalb wir, hier im Feuilleton, uns mit solchen Dingen zu befassen trauen: Man darf kein Insider sein, wenn man das Geld von außen betrachten will.“ Baeckers Diagnose, dass das Geld an Bedeutung verliere, teilt Seidl durchaus. Und erinnert (sich) an einen ganz anderen Text: „Wenn das Geld aber seine Gültigkeit verliert, hilft es vielleicht, daran zu erinnern, was es war. In einem schönen, schwierigen Essay, in welchem es eigentlich um den Nihilismus und die Ablehnung jeder Teleologie ging, um Leopardi, Baudelaire und den Tod also und überhaupt nicht um Finanzen, hat Karl Heinz Bohrer, vor achtzehn Jahren ebenfalls im Merkur, quasi im Vorübergehen eine sehr brauchbare Deutung der Moderne formuliert: Die Moderne, schreibt Bohrer, habe immer Anleihen bei der Zukunft genommen.“ Auch Karl-Heinz Bohrers Text gibt es natürlich als (kostenpflichtiges) pdf, nämlich hier.


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