Merkur im Dezember

Vor dem Dezemberhefthinhalt noch ein Veranstaltungshinweis: Das aktuelle Heft wird am 15.12. in den Räumen des Verlags Matthes & Seitz in der Göhrener Straße 4 in Berlin vorgestellt. Cord Riechelmann und Danilo Scholz erörtern in einem Gespräch, was die im Heft-Schwerpunkt vorgestellten Figuren verbindet, in welchem Verhältnis ihr Denken zur french theory der sechziger bis achtziger Jahre steht und welche intellektuellen Impulse gegenwärtig von Frankreich ausgehen. Beginn ist 19 Uhr. Es moderiert Ekkehard Knörer.


 

Philippe Descola ist der Nachfolger von Claude Lévi-Strauss am Collège de France. Er hat in den sechziger Jahren Vorlesungen bei Deleuze besucht und als Ethnologe bei den Jivaro-Indianern in Amazonien gelebt. Er hat daraus theoretische Schlüsse gezogen zum Konstruktcharakter der Unterscheidung von Natur und Kultur. Cord Riechelmann und Danilo Scholz haben ihn in Paris getroffen zu einem Gespräch über sein Leben und Denken.

Das – online freigeschaltete – Gespräch ist Teil eines Schwerpunkts zur intellektuellen Szene in Frankreich, der in enger Zusammenarbeit mit Danilo Scholz entstanden ist. Er selbst hat dafür einen Essay zu Michel Houellebecq verfasst, der nicht zuletzt den vielfältigen Spuren des Autors in den Werken anderer nachgeht. Wir stellen darüber hinaus zwei in Deutschland noch kaum bekannte jüngere Historiker vor, deren Bücher in Frankreich große Aufmerksamkeit erregt haben: Antoine Lilti erzählt von der Entstehung einer Celebrity-Kultur im vorrevolutionären Frankreich; Romain Bertrand stellt sein Projekt einer Welten-Geschichte am Beispiel der Erstbegegnung von Holländern und Javanern im 16. Jahrhundert vor. Die Gegenlektüre der javanischen Chroniken zeigt: Von den Holländern, die aus der Ersten Überfahrt eine große Sache gemacht haben, findet sich keine Spur. Über Roland Barthes als zum 100. Geburtstag wieder sehr aktuellen Klassiker der französischen Theorie schreibt (frei lesbar) Stefanie Diekmann.

Außerdem nimmt sich Ekkehard Knörer in seiner Literaturkolumne neue Science-Fiction-Literatur vor. Philip Manow denkt nach über das Essen im politischen Kontext. Warum die nächste Gesellschaft nur dem Design vertraut, erklärt Dirk Baecker, während Hannes Böhringer die Türen der Philosophie öffnet und schließt. Nach seinem Umzug von Berlin nach München kann Leander Steinkopf von Häusern, Plätzen und Menschen in Schwabing berichten. Zu guter und auch letzter Letzt: Stephan Herczeg beendet mit der 33. Folge sein Journal. (Was natürlich nicht heißt, dass er nicht weiterhin im Merkur zu Wort kommen wird.)


 

Die Übersicht mit den Kaufmöglichkeiten für das Heft (in Print und Digitalformaten) sowie die einzelnen Artikel auf unserem Volltextportal.

Cord Riechelmann / Danilo Scholz     Gespräch mit Philippe Descola   GRATIS
Antoine Lilti            Die Politik der Berühmtheit
Romain Bertrand       Für eine Welten-Geschichte 
Danilo Scholz           Zwei, drei, viele Houellebecqs
Ekkehard Knörer       Erschließung des Möglichkeitsraums. Literaturkolumne
Stefanie Diekmann      Die Körper von Roland Barthes      GRATIS
Philip Manow    Politisches Essen
Dirk Baecker     Das Design der nächsten Gesellschaft
Hannes Böhringer    Die Türen der Philosophie
Leander Steinkopf     Münchner Freiheit
Stephan Herczeg     Journal (letzte Folge)


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *