• Die Klage ist des Kaufmanns Gruß

    In diesem Jahr bleiben die Hallen zur Frankfurter Buchmesse leer. Angesichts steigender Covid-19-Infektionszahlen wäre die Messe wohl zu einem lebhaften Marktplatz infektiöser Aersole geworden. Dass das digitale Programm die dichte Atmosphäre sich langsam voranschiebender Menschenmassen nicht ersetzen kann, ist wohl allen in der Buchbranche bewusst. Anlass zur Sorge bot die Entscheidung dennoch kaum – man bedauerte zwar, dass man auf den alljährlichen Messekater verzichten müsse, aber eine branchenübergreifende Empörung blieb weitestgehend aus. (mehr …)
  • Männerkörper und Textfantasien. »Männerphantasien«, literaturwissenschaftlich gelesen

    Als Klaus Theweleits Männerphantasien vor vierzig Jahren bei Stroemfeld /Roter Stern erschien, artikulierte die Studie ein neues Bedürfnis von Männern, ihre eigenen Anteile an den postfaschistischen Herrschaftsverhältnissen zu reflektieren.  Mit der Frauenbewegung der 1970er Jahre setzte ein neues Nachdenken über Kapitalismus und Geschlecht ein, das Private war politisch, die Sphäre der kapitalistischen Produktion mit jener der häuslichen Reproduktion verknüpft. Emanzipatorische Politik hieß für linke Männer, den unbewussten Machtmechanismen in sich nachzuspüren, die nicht nur gegen Frauen, sondern auch dem eigenen Geschlecht gegenüber repressiv wirkten. [2. Zur Rezeption der Männerphantasien vgl. Sven Reichardt, Klaus Theweleits »Männerphantasien« – ein Erfolgsbuch der 1970er Jahre. In: Zeithistorische Forschungen, Nr. 3, 2006 (https://zeithistorische-forschungen.de/3-2006/4650).]

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