• Was wahr sein könnte. Plädoyer für eine fiktionale Empirie

    Ich denke laut nach. Warum dürfen Wissenschaftler ihre Quellen eigentlich nicht erfinden? Ich meine nicht: Täuschung, ich meine nicht: Fälschung. Es gibt hinreichend viele Betrugsfälle, die das Vertrauen in die wissenschaftliche Wahrheit langsam, aber sicher zu zerstören drohen. Das mag mit der fatalen Tendenz zur gnadenlosen Output-Orientierung des Betriebs zusammenhängen, der Inhalte anhand monetär verwertbarer Indexziffern filtert; das freilich ist ein anderes Thema. Ich meine auch nicht die gerade um neue Fälle vermehrten wissenschaftlichen Fakes à la Sokal, die mal wieder zeigen sollen, was für einen Quark zu produzieren »postmoderne« Geisteswissenschaftler sich nicht entblöden. Nein, ich meine: wahrhaftige Quellen erfinden, eine Empirie, die es nicht gibt, die aber wahr sein könnte. Möglicherweise machen das einige von uns ohnehin hier und da ganz ungewollt: Man entwickelt eine Argumentation, und dann fällt einem das Zitat ein, das wie die Faust aufs Auge passt, ganz präzise erinnert man sich an den Wortlaut – nur im Moment nicht daran, wo es steht. Macht nichts, Beleg wird folgen. (mehr …)

  • Was können wir von der Rassenanthropologie lernen? Aus dem Maschinenraum einer untoten Disziplin