• Und was hat das mit Sexismus zu tun?

    Ich war 20 und wollte unbedingt auf eine Schreibschule. Damals studierte ich in Zürich Ethnologie. Unsere Professorin hieß Shalini Randeria und hatte gerade ein Buch veröffentlicht: „Jenseits des Eurozentrismus: Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften.“ Etwa die Hälfte der Dozent_Innen und die Mehrzahl der Studierenden waren weiblich, davon definierte sich etwa derselbe Anteil als nicht-weiß. Wir lasen „Writing against Culture“ von Lila Abu Lughod und eine feministische Analyse der globalen Markwirtschaft von Saskia Sassen. Wer glaubte, eine Zukunft als „über allem stehender, neutraler Forscher“ in Angriff genommen zu haben wurde darauf hingewiesen, dass die Attitude des Abenteurers und Entdeckers in die Zeit der Kolonien gehöre. Wer heute Feldforschung betreibe, müsse folgende Kategorien in der eigenen Schreib-Perspektive transparent mitdenken:  das eigene Geschlecht, soziale und ethische Zugehörigkeiten sowie historische Hintergründe. (mehr …)