• The Trouble With Talking

    Der Essay ist im Dezemberheft 2018, Merkur # 835, erschienen.

    2013 nahm ich in der Schweiz an einer Diskussionsveranstaltung teil, in deren Verlauf ein Herr aus dem Publikum sagte, das Internet tauge schon aus dem einfachen Grund nichts, weil es voll Zank und Streit sei. Der wiederum entstehe aus den Missverständnissen, die die schriftliche Kommunikation zwangsläufig mit sich bringe und die man nur im persönlichen Gespräch vermeiden oder ausräumen könne. Das Argument begegnete mir nicht zum ersten Mal, und ich sagte das, was ich immer sage, nämlich dass meine Erfahrungen andere sind. Ich unterhalte mich lieber schriftlich als mündlich, und der größere, oft auch der interessantere Teil meiner Kommunikation findet schriftlich statt. Ich arbeite seit zwanzig Jahren in räumlich verstreuten Teams und lebe seit fünfzehn Jahren in einer Fernbeziehung, in der nie telefoniert wird. (mehr …)

  • Herr Rutschky werden

    Herr Rutschky fing beim Schreiben von Texten mit dem ersten Satz an, dann schrieb er den zweiten und den dritten, und so weiter bis zum letzten Satz. Dann schickte er den fertigen Text an seinen Redakteur, zwei Wochen vor dem Abgabetermin. Ich fange in der Mitte an, und nicht immer liegt der vereinbarte Termin dann noch in der Zukunft. (…)

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  • Fünfzig Jahre Black Box

    2012 schrieb ich in der Süddeutschen Zeitung über das Trendthema Algorithmenkritik und erwähnte darin einen Artikel über den Netflix Prize, der vier Jahre zuvor in der New York Times erschienen war. Darin hieß es, die Empfehlungsalgorithmen für Filme würden zwar immer besser, aber auch immer unverständlicher, nicht nur für die Anwender, sondern auch für die Entwickler selbst: »Chris Volinsky admits that his team's program has become a black box, its internal logic unknowable.« Ich übernahm diese Aussage in meinen Beitrag. (mehr …)