• Hohe und niedrige Metaphern (Hohe Kultur 2)

    Teil 2 der Serie von Merkur-Blog und pop-zeitschrift.de (Teil eins) ‚High‘ und ‚low‘ können in bestimmten Aussagen als orientational metaphors (George Lakoff/Mark Johnson) fungieren. Sie gehören zu den Metaphern, die selten als solche bemerkt werden und doch bzw. gerade deshalb oft gebraucht werden: ‚niedrige Beweggründe‘, ‚Hochstimmung‘. Die beiden orientational metaphors treten in vielen Varianten auf: ‚Jetzt ist er endgültig unten angekommen‘, ‚sie strebt nach oben‘, ‚ein erhebender Moment‘, ‚Niedergeschlagenheit‘. Sehr oft ist es im ‚höheren‘ Bereich gut, im ‚niedrigeren‘ schlecht (Ausnahme wäre etwa der ‚Hochmut‘, aber auch hier bleibt im Sprichwort unumstritten, dass er zu einem ‚Niedrigen‘ beiträgt, welches wie gewohnt negativ konnotiert ist: ‚Hochmut kommt vor dem Fall‘). Das Schlechte und Böse befindet sich unten, das Gute und Wahre oben, im ‚Ideenhimmel‘. Wenn es bei Eichendorff originell heißt: „In die schöne Welt hinunter / Lockt dich dieses Stromes Gruß“, ahnt man, dass die Fahrt kein gutes Ende nehmen wird, so schön die Versuchung auch sein mag. (mehr …)