• Video: Hendrikje Schauer über Margret Boveri | Zweite Lesung

    Hendrikje Schauer empfiehlt zur zweite Lesung "Nachruf auf ein Abendblatt" von Margret Boveri. 1958 in der Rubrik "Chronik" erschienen, ist der Essay eine scharfe Kritik der lizenzierten Presse der Nachkriegs-BRD, der bei der Lektüre nicht zuletzt Fragen nach Boveris eigener Rolle und Haltung während und nach der NS-Zeit aufwirft. (mehr …)
  • Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit (Aus Anlass einer Siegener Kontroverse)

    Vor einem Jahr hat mein Kollege, der Philosoph Dieter Schönecker, im Wintersemester 2018/19 an der Universität Siegen ein Proseminar unter dem Titel "Denken und denken lassen. Zur Theorie und Praxis der Meinungsfreiheit" angekündigt und veranstaltet, mitsamt einer Vortragsreihe, in deren Rahmen ausschließlich rechtspopulistisch argumentierende Akademiker und Politiker als externe Gäste aufgetreten sind, darunter der Publizist und Politiker Thilo Sarrazin und der AfD-Politiker und ehemalige Kunsthochschuldozent Marc Jongen. (mehr …)
  • Lob des Laien

    . I Im Zentrum dessen, was sich im Internet-Zeitalter zu einem waschechten Kulturkampf ausgeweitet hat, steht das Verhältnis von Laien- und Expertentum. Der FDP-Chef Christian Lindner bescheidet ungeduldige Jugendliche mit dem Hinweis, sie mögen die Durchführung klimarettender Maßnahmen mal lieber den Fachleuten überlassen und erntet dafür überwiegend Kritik. Der Journalismus fühlt sich aus nicht von der Hand zu weisenden Gründen durch Freizeitschreiber*innen bedroht, die in Weblogs, Tweets und Facebook-Einträgen die Information ihrer Mitmenschen übernommen haben. Jeder nur denkbare Interessens- und Kenntnisbereich wird in den sozialen Medien inzwischen von allen möglichen Leuten kommentiert, die niemals ihre Qualifikation dafür unter Beweis stellen mussten. Und dabei geht es häufig hart zur Sache: Offenbar neigt eine Kommunikation, die nicht face to face abläuft, zu sehr schneller Eskalation, eines der Resultate besteht in der berüchtigten hate speech. Sie haben den einstmals mit utopisch-demokratischen Hoffnungen belegten virtuellen Raum des WWW in den Augen mancher Skeptiker in eine kommunikative Jauchegrube verwandelt. (mehr …)
  • Weihnachts – Geschenk – Abo

    Verschenken Sie ein Jahr MERKUR zum Sonderpreis: Für nur 97 EUR* / 114 CHF* (statt 140 €/162 CHF). Das Abo beginnt mit dem Dezemberheft und endet nach 12 Ausgaben automatisch – keine Kündigung nötig. | *Preise zzgl. Versandkosten: (D) 18,70 €; (A) 30,80 €; (CH) 27,50 €; (übriges Ausland) 41,80 €  | Angebot gültig bis 01.12.2019. > Hier bestellen (mehr …)
  • Video: Thomas E. Schmidt über Arnold Gehlen | Zweite Lesung

    Thomas E. Schmidt empfiehlt zur zweiten Lesung den Essay "Das gestörte Zeit-Bewußtsein" von Arnold Gehlen. 1963 im Merkur erschienen, skizziert er aus konservativer Sicht, aber gerade deshalb mit Witterung für das Neue, wichtige Tendenzen der Zeit, etwa die Folgen der Beschleunigung in der verwalteten Welt. (mehr …)
  • All nice people, like Us: Handke und die Nobel-Gesellschaft

    Klar, ausschlaggebend für den Literaturnobelpreis ist nicht nur die ästhetische Qualität eines Werkes, sondern auch dessen idealistisch-humanistische Ausrichtung. Aber der Vergleich von Handke und Knut Hamsun, der jetzt gelegentlich bemüht wird, hinkt doch nicht nur in chronologischer Hinsicht. Der Vorwurf, den Saša Stanišić mit seinem eigenen Überleben verbürgt, lautet Komplizenschaft durch Beschönigen, Unterschlagen, Verfälschen des Stattgefundenen. (mehr …)
  • High Time to Leave

    März, 12. April, 31. Oktober. Derzeit sieht es nicht danach aus, als sei die Liste der Daten, für die – jetzt aber wirklich! – der Brexit angekündigt war oder ist, damit abgeschlossen. Die Geschichte des versuchten EU-Austritts Großbritanniens ist für alle Beteiligten ein Albtraum, egal auf welcher Seite sie stehen: für die Leave-Anhänger, weil sie selbst über drei Jahre nach dem Votum ihren geliebten Brexit noch immer nicht „delivered“ bekommen haben; und für die Remainer, weil sich die Regierung des Landes nach einer Kaskade filmreifer Irrungen und Wirrungen inzwischen in der Hand einer demokratisch höchst unzureichend legitimierten Gruppe von Austrittsfanatikern befindet, die allen Einwänden und dem Benn-Gesetz zum Trotz versucht, die EU „hart“, also ohne irgendein Abkommen, zu verlassen. Insofern hat der Brexit das Land nicht gespalten, sondern geeint, indem er alle zu Verlieren macht. Das „Brexit Anxiety Syndrome“, neuester Sammelbegriff für allerlei ob des Zustands des Landes durchlebten Stress- und Angstzustände, befällt jedenfalls Leave-Anhänger und Remainer etwa gleichhäufig. (mehr …)
  • MERKUR-Jutebeutel für alle

    Für kurze Zeit gibt es zum MERKUR-Probeabo kostenlos unseren schicken Jutebeutel mit dazu. Nur bis zum 13.10.2019 und nur bei Bestellungen über die Aktionswebseite. (mehr …)
  • Video: Christoph Möllers über Ingo Meyer

    Christoph Möllers empfiehlt zur zweiten Lesung zwei polemische Rundumschläge des Literaturwissenschaftlers Ingo Meyer: "Notizen zur gegenwärtigen Lage der Ästhetik" und "Niedergang des Romans?". Ein Gespräch mit den Merkur-Herausgebern Christian Demand und Ekkehard Knörer. (mehr …)
  • Die Politisierung der Unpolitischen: Moskau, mein Freund Sergej und das Recht auf Stadt

    Als ich Sergej das letzte Mal sah, war es Sommer. Er war nach Berlin gekommen, um Fahrrad zu fahren. Nach seinen ersten Rundfahrten bat er mich, ihm das russische Berlin zu zeigen, also fuhren wir gemeinsam nach Marzahn – in ein Stadtgebiet, das für seine Armut und Kriminalität berüchtigt ist. Doch Marzahn überraschte mich mit strahlender Sonne, guter Luft und vor allem den Resten einer architektonischen Utopie der Neuorganisation des kommunalen Raums, der eine erkennbar sowjetische Prägung hat. Das Zentrum der Wohnsiedlung bildet ein kleiner, nach dem bereits 1933 in Dachau ermordeten Kommunisten Franz Stenzer benannter Fußgängerpfad mit Kleingewerbe mitten durch die riesigen Plattenbauten. Er verleiht der Gegend die Atmosphäre eines Feriendorfs. Nur ist er heute zur Seite der S-Bahn-Station hin durch ein großes Einkaufszentrum begrenzt und verborgen. Sergej war jedenfalls froh, fast erleichtert, in Marzahn zu sein. Es war nach einer Woche Berlin für ihn ein Stück Vertrautheit: „Wie zuhause“. (mehr …)