• Video: Matthias Dell über Heinz Bude

    Der Kulturjournalist Matthias Dell empfiehlt den Essay „Eine abgewehrte soziale Bewegung? Der jugendliche Rechtspopulismus in der neuen Bundesrepublik“ von Heinz Bude. Der Text von 1993 diskutiert Antworten auf den in den 90er-Jahren neu aufflammenden Rechtsextremismus. Vor dem Hintergrund der heutigen Lage gelesen, zeigt er in aufschlussreicher Weise Brüche und Kontinuitäten im Diskurs über rechte Gewalt auf. (mehr …)
  • Verleihung des Merkur-Preises an Nora Weinelt und Benedikt Wintgens

    Wir laden ein zur Verleihung des  Merkur-Preises der Ernst H. Klett Stiftung Merkur für Dissertationen am Freitag, den 24.6., um 19 Uhr. Es gibt im Anschluss einen kleinen Empfang. Der Ort der Veranstaltung: die Redaktion des Merkur in der Mommsenstraße 27 in Berlin-Charlottenburg (S-Bahn Charlottenburg). Der Eintritt ist frei, da wir aus Corona-Gründen die Zahl der Gäste begrenzen, ist eine informelle Anmeldung (Mail an: redaktion@merkur-zeitschrift.de) erforderlich. (mehr …)
  • Video: Philip Manow über Carl Schmitt | Zweite Lesung

    Der Politikwissenschaftler Philip Manow nimmt sich noch einmal Carl Schmitts Essay „Die Einheit der Welt“ vor, der 1952 im Merkur erschienen ist. Ein Text, der in der Reihe „Zweite Lesung“ schon einmal besprochen wurde, damals mit Danilo Scholz, zu dem es aber noch einiges zu sagen gibt. (mehr …)
  • „Zeitenwende“ und Wissenschaftspolitik

    In der Semantik der Gegenwart ist in der letzten Zeit die Konjunktur zweier Begriffe beobachtbar, die im Zentrum der folgenden Überlegungen stehen sollen: Zerknirschung und Zeitenwende. Beide Begriffe beschreiben die Hoffnung auf Wandel, und, wie im Falle von Zeitenwende, die Hoffnung auf andere Zeiten, die erst einmal nur anders sind. Neben diesen eher auf Zukunft ausgerichteten Bedeutungselementen reflektieren beide Terme den Bruch mit der Vergangenheit. Im Falle der Zerknirschung wird die Vergangenheit als fehlerhaft, geradezu als sündhaft empfunden, im Falle der Zeitenwende wird der Augenblick, ein Moment intensivster Gegenwart, zum Bruch mit der Vergangenheit und zum Aufbruch in eine andere Zukunft. Beide Begriffe beschreiben unserer Lage, sie verändern aber die wissenschaftspolitische und wissenschaftsdiplomatische Tektonik. (mehr …)
  • Video: Erika Thomalla über Dirk Baecker | Zweite Lesung

    Die Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla empfiehlt Dirk Baeckers Essay „Ernste Kommunikation“ zur Zweiten Lesung. 1997 im Merkur veröffentlicht, markiert der Text einen Höhepunkt der postmodernen Ironiediskussion sowie der Konkurrenz zwischen Systemtheorie und Dekonstruktion. (mehr …)
  • Deutschland, die Ukraine, Russland und das Erbe des deutschen Kolonialismus in Osteuropa

    Seit dem russischen Totalangriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ließ sich in Deutschland eine politische und gesellschaftliche Umkehr beobachten: die Bundesregierung beschloss umfassende Sanktionen gegen Russland und stimmte für die Lieferung von Defensivwaffen an die Ukraine und wurde dabei mehrheitlich von der Öffentlichkeit unterstützt. Darin liegt zugleich eine Erkenntnis, die Deutschland ein Armutszeugnis ausstellt: es hat die Ermordung ukrainischer Zivilistinnen und Zivilisten, Bomben auf eine europäische Hauptstadt und den heldenhaften Widerstand der Ukrainerinnen und Ukrainer gebraucht, damit wir die Ukraine als „echte“ Nation anerkennen, die unsere Unterstützung verdient. (mehr …)
  • Göttinger Dämmerung

    The Georg-August University, Göttingen is in a mess. That mess currently centers on the Forum Wissen. This is the new university museum scheduled to open at the end of May. As Der Spiegel has put it, the Forum Wissen took off as a Concorde and will land as a Cessna. Why? The fuss over the Forum Wissen is just part of a far larger problem at the university. How? And why should readers be concerned? (mehr …)

  • Video: Bodo Mrozek über Reinhart Koselleck | Zweite Lesung

    In der Reihe Zweite Lesung empfiehlt Bodo Mrozek Reinhart Kosellecks „Vom Sinn und Unsinn der Geschichte“ aus dem Jahr 1997. Ein weit ausgreifender Essay, der, von der Schlacht von Stalingrad ausgehend, Fragen nach dem Sinn, der Sinngebung und dem Singular der Geschichte stellt. (mehr …)
  • Evil Empire

    .. „Ein Mensch mit klarem Verstand wäre niemals zu solch einer Tat in der Lage: Ein Haus in die Luft zu sprengen, in dem Menschen wohnen, vollkommen unschuldige Menschen, mitten in der Nacht, das geht mir nicht in den Kopf, es ist unfassbar. Es ist eine unmenschliche Grausamkeit, und es muss allen klar sein, dass wir uns zur Wehr setzen müssen. Dagegen kann man sich nur mit Gewalt zur Wehr setzen. Anders können wir weder den Staat noch die Bürger schützen.“

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  • Holocaust-Gedenken in Kyiv: Im Fokus hybrider Kriegsstrategien? Topographie des komplexen Erinnerungsdiskurses um Babyn Jar

    Dieser Text wurde kurz vor Beginn des brutalen Angriffskrieges Russlands in der Ukraine am 24. Februar verfasst. Am Dienstag, 1. März, wurde der Kyiver Fernsehturm, 1973 in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte Babyn Jar errichtet, Ziel eines Raketenangriffs. Auch wenn der Erinnerungsort wohl nicht direkt getroffen wurde, wird diese Episode der ruchlosen Kriegsführung Russlands von Kommentatorinnen und Kommentatoren als symbolischer Gewaltakt scharf verurteilt. Putins sogenannte "Entnazifizierungs"-Maßnahmen zielen ausgerechnet auf ein im Zentrum des Erinnerungskrieges stehendes Mahnmal: das Holocaust-Symbol Babyn Jar. Der ukrainische Präsident Selenskyj fragte am Abend des Angriffs in einem Tweet: "Wofür 'Nie wieder' 80 Jahre lang wiederholen, wenn die Welt, wenn eine Bombe auf Babyn Jar fällt, schweigt? 5 weitere Leben sind verloren. Die Geschichte wiederholt sich…”  (mehr …)