• Sexismus an Hochschulen (5)

    Wir setzen die Serie zu Seximus an Schreibschulen fort, aber der Titel hat sich, siehe oben, geändert. Zweimal geht es noch um Hildesheim, bei Helene Bukowski (die derzeit noch dort studiert) und Sebastian Polmans (Absolvent). Daneben aber zwei Texte, die den Blick weiten. Joceline Ziegler studiert an einer "ganz normalen Uni", und zwar in einem an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaft angesiedelten Studiengang. Und Berta Belly schreibt unter Pseudonym, und weiß auch warum, von ihren Erfahrungen an einer Kunsthochschule. (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.) (mehr …)
  • Mädchenbande

    Ich habe den Großteil meiner Kindheit und den Anfang meiner Jugend mit Bücher lesen verbracht. Auf Familienfesten wurde sich über mich lustig gemacht, weil ich immer in irgendeiner Ecke saß, las und meine Umwelt ignorierte. Wahrscheinlich hat mich nichts so sehr geprägt wie das, was ich damals gelesen habe. (mehr …)
  • Mitakuye Oyasin

    Schreibschulen, etwa der in Hildesheim, wo ich vier Jahre lang viele Seminare besucht habe und an vielen Projekten teilhaben durfte, wünsche ich eine durch und durch wertschätzende und inspirierende Atmosphäre voll mit mitfühlenden Menschen, die dort lernen und lehren, und die auf ihrem Weg eine Liebe zur Vielfalt von Stoffen und Worten mitbringen; und das Gefühl einer Gemeinschaft, wo alle ein Plätzchen haben und an ihrem Plätzchen an dem arbeiten können, an dem sie arbeiten möchten, und das Kritikbewusstsein ist so, dass alle sich in ihren Potenzialen erkennen können, sich selber fördern und gefördert werden; wo’s zwar auch mal rappelt im Karton, aber bloß weil’s dann ein Signal dafür ist, aus den Kartons rauszukommen, so wie Geschenke. (mehr …)
  • An uns scheitert es nicht, wenn du dich ausziehen willst. Ausflug zu einer ganz normalen Uni

    Ich studiere nicht an einer Schreibschule, das habe ich mir selbst so ausgesucht. Stattdessen hänge ich irgendwo zwischen Philosophie und etlichen Naturwissenschaften an einer ganz normalen Universität in einer ganz normalen deutschen Stadt. Die Antwort auf die Frage, ob ich unbedingt zu dem Ganzen meinen Senf dazugeben muss: ganz sicher nicht. Ob ich das möchte: ich denke schon. Viele, mit denen ich über die Debatte geredet habe, waren überrascht, dass es „vor allem in der Literatur“ überhaupt noch Thema ist. Der Gedanke dahinter ist wohl: Sie (die Literatur) und alles, was mit ihr zu tun hat (also auch Schreibschulen), haben  den Anspruch, zumindest nach außen, solche Dinge im Griff zu haben beziehungsweise auf dem besten Weg dorthin zu sein. (mehr …)
  • Zurück in die Gegenwart – Geschlechterbeziehungen an der Kunsthochschule

    Endlich eine Diskussion zum Sexismus an Kunsthochschulen. Kunst zu studieren, heißt ja leider eine Zeitreise in die 50er Jahre zu machen. Die Kunsthochschule stellt man sich zunächst als ein freies, offenes Experimentierfeld für neue Ästhetiken und Inhalte vor, ein Labor für Utopien, queere Gedanken und vielfältige Ideen und Gestaltungskonzepte. (mehr …)
  • Censorship Now!!

    Identitätspolitik, die Zerstörung von Kunst und die Kontroverse um Dana Schutz’ Open Casket

    1955 wurde im Bundestaat Mississippi ein 14-jähriger schwarzer Junge namens Emmett Till, aus Chicago stammend und gerade auf Verwandtenbesuch, von zwei weißen Männern verstümmelt und getötet. Roy Bryant und sein Halbbruder J. W. Milam glaubten, Till habe Bryants Frau Carolyn Avancen gemacht. In Wirklichkeit log Carolyn Bryant, als sie Till bezichtigte, sie belästigt und bedroht zu haben. Dass sie diese Unwahrheit erst 2008 zugab, in einem Interview das dieses Jahr veröffentlich wurde, mildert weder den Mord noch die Tatsache, dass Bryant und Milam freigesprochen wurden. (mehr …)
  • Sexismus an Schreibschulen (4): Hildesheim, Leipzig, Wien, Berlin

    Hier kommt die 4. Lieferung. Zurück nach Hildesheim, wo die Diskussion mit der Veröffentlichung eines anonymen Studierendentexts ihren Ausgang nahm. Aber auch Leipzig, Wien, Berlin. Wer sie noch nicht gelesen hat: Hier sind Teil 1 , Teil 2, Teil 3. Und falls jemand fragt, ob nicht langsam mal gut ist: Nein, ist es nicht. Es geht hier weiter, solange weitere Texte Gesprächsbedarf signalisieren. (mehr …)
  • Plädoyer für eine einfühlsame Sachlichkeit

    Ich bin Sexistin. Wenn ich mich umziehe, um schwimmen zu gehen, überlege ich, ob mein Körper so gut genug verdeckt ist, nicht zu viel und nicht zu wenig, nicht zu aufdringlich, aber auch nicht verklemmt. Wenn ich auf der Straße eine aufgedonnerte Frau sehe, mit blondgefärbtem Haar, viel Schminke auf dem Gesicht, hautengem, pinkem Kleid und großem Ausschnitt, ist mein erster Gedanke hohl. Ich will Produkte kaufen, weil die Werbung mir verspricht, dass ich davon einen porentiefreinen, frischen Teint bekomme. (mehr …)
  • Austeilen, Abgrenzen, Angstmachen, Einstecken. Fünf Jahre als Schreibschüler

    Du bist 14, 15, 16 und führst Tagebuch, stellst Filmkritiken ins Netz, gehst zur Schüler-, dann zur Lokalzeitung. Du gründest ein Fan-Magazin zu „Sailor Moon“. Du liest Videospiel-Testberichte, Comics, Science Fiction, Stephen King; du liest jedes Wort der Fernsehzeitung und suchst Filme mit möglichst vielen Sternchen, Punkten in den Kategorien „Kultfaktor“ und „Anspruch“. (mehr …)
  • Wir würden dann jetzt weitermachen

    Nehmen wir an, ich studiere seit geraumer Zeit in Hildesheim und trinke in meinen Pausen gerne Cola aus den neuen Automaten in der Steinscheune an der Domäne. Nehmen wir an, in meinem Fachbereich gäbe es eine Schülerzeitung, die in unregelmäßigen Abständen analog und limitiert auf 300 Exemplare pro Ausgabe exklusiv auf der Domäne erscheint. Nehmen wir an, ich hätte vor einigen Wochen Wind bekommen von einem Artikel mit dem Titel „Sexism is a dancer“, der dort erschienen ist. (mehr …)