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Artikel der Kategorie: Blog

  • Jubiläums-Gewinnspiel

    Wir feiern den 75. Jahrgang der Zeitschrift mit einem großen Gewinnspiel. Es gibt Abos und Notizbücher zu gewinnen, außerdem den kompletten Merkur-Jahrgang 2020 als edle, gebundene Buchausgabe in zwei Bänden. [Das Gewinnspiel ist beendet.] (mehr …)
  • Rüdiger Zill über Blumenbergs Theologiestudium

    Rüdiger Zills Blumenberg-Buch, erschienen zum hundertsten Geburtstag des Philosophen, ist in zahlreichen Rezensionen hoch gelobt worden, nicht zuletzt wegen der Menge bisher unbekannter Informationen, die der Autor aus seiner Kenntnis des im Marbacher Literaturarchiv aufbewahrten Nachlasses bezieht. Zill habe Blumenberg „eine Biographie gewidmet, die auf lange Zeit ihresgleichen suchen dürfte. Folgt sie doch dem Leben und den Lebensstationen ihres Protagonisten so weit wie überhaupt nur möglich auf das Akribischste, ohne auch nur einen einzigen Beleg schuldig zu bleiben.“ (taz.am Wochenende vom 11. 7. 2020) (mehr …)
  • Wann hat es angefangen zu sein, wie es ist? Birk Meinhardts „Wie ich meine Zeitung verlor“

    Wie groß ist die Distanz zur Wahrheit? Ende der fünfziger Jahre in Ost-Berlin geboren, gehört der Publizist Birk Meinhardt zu einer Generation, die ihre jugendliche Sozialisation und Ausbildung in der DDR erfuhr. Nachdem er zunächst bei der Wochenpost Anstellung fand, wechselte er 1992 in das Sportressort der Süddeutschen Zeitung und war damit „einer der wenigen Ostdeutschen, die es in die überregionalen Leitmedien geschafft hatten“. Vier Jahre später begann er, für die Zeitung als Reporter zu arbeiten und gewann mit seinen Reportagen, die prominent auf Seite 3 erschienen, zwischen 1999 und 2001 gleich zwei Mal den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis. Ab Beginn der Nuller Jahre publizierte Meinhardt parallel zu seiner journalistischen Arbeit auch fiktionale Literatur. Sein dritter Roman, „Brüder und Schwestern“, dessen Handlung im Untertitel auf die Zeit 1973-1989 datiert ist, stand auf der Longlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. (mehr …)
  • Preisausschreiben: Das Habeck-Paradox

    Wenn die intellektuelle Öffentlichkeit des fortgeschrittenen 18. Jahrhunderts auf ein Problem stiess, das zwar relevant, aber bis dato nicht befriedigend durchdacht oder gelöst worden war, dann platzierte eine der neueren Akademien ein Preisausschreiben. Diese Idee greifen wir in einer Zeit auf, in der die digitale Transformation gesellschaftliche Verwerfungen der verschiedensten Art provoziert und zugleich ganz unterschiedliche Erwartungen weckt, in der wir ständig mit der digitalen Transformation politisch konfrontiert werden, aber den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. (mehr …)
  • Falsche Freunde

    Eine Gruppe von Wissenschaftlern und Philosophen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Anfang Februar das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gegründet. Das Netzwerk möchte Verletzungen der Wissenschaftsfreiheit dokumentieren und kritisieren. (mehr …)
  • Der letzte Medientheoretiker

    Friedrich Kittler soll einmal gesagt haben, solange es Leute wie Erhard Schüttpelz gebe, sei ihm um die deutsche Medientheorie nicht bange. Ein größeres intellektuelles Kompliment ist kaum vorstellbar, und doch ist es erklärungsbedürftig. Während Kittler nach seinem Tod international nach wie vor als Eigenname deutscher Medientheorie verstanden wird, trifft schon die Verortung von Erhard Schüttpelz im Binnenkontext ‚deutscher‘ Medientheorie nicht mehr zu. Selbst wenn Schüttpelz mitunter von sich selbst als „westlichstem der Westdeutschen“ spricht – und auch publizistische Pseudonyme durch geografische Hinweise ironisiert –, so ist für ihn der binnenwestdeutsche Maßstab wesentlich zu klein. Als postkolonialer Denker, Ethnologe und Literaturwissenschaftler, als analytischer Philosoph und Sprachtheoretiker, als Medientheoretiker, der Bruno Latour hätte seien können (so dieser dies denn gewollt hätte), als Sozialtheoretiker, Kulturtechnikforscher, Situationist, Strukturalist und nicht zuletzt als Musiker sprengt Schüttpelz alle Kategorien national und disziplinär verortbarer Wissenschaftskulturen. (mehr …)
  • Nennen wir es eine Retrovolution

    Über einen Monat ist es her, dass sich mehrere tausend Trump-Anhänger im Anschluss an eine Rede des US-amerikanischen Präsidenten, der nicht akzeptieren wollte, dass ihn nur noch wenige Stunden von der endgültigen amtlichen Verkündung seiner Wahlniederlage trennten, auf sein Geheiß hin zum Kapitol in Bewegung setzten. Barrikaden wurden niedergerissen, Türen aufgebrochen, Fensterscheiben eingeschmissen und der gewaltsame Zutritt nahm seinen Lauf. Über Stunden konnte man im Fernsehen verfolgen, wie die Menschen in das Gebäude strömten. (mehr …)
  • Eine Gesellschaft ohne eigene Öffentlichkeit? Eine Erwiderung auf Jürgen Habermas‘ Thesen zum Erfolg der AfD im Osten

    In einem neueren Aufsatz (Dreißig Jahre danach. Die zweite Chance, Blätter für deutsche und internationale Politik 9/2020) ist Jürgen Habermas der Frage nachgegangen, worauf die hohen Wahlerfolge der AfD im Osten beruhen. Seine Erklärung: Die Ostdeutschen konnten sich nie gründlich mit der NS-Zeit auseinandersetzen, denn sie hatten „weder vor 1989 noch nachher Zugang zu einer eigenen politischen Öffentlichkeit, in der konfligierende Gruppen hätten eine Selbstverständigungsdebatte führen können.“   (mehr …)
  • Bedrohte Wissenschaftsfreiheit: Alles nur Einzelfälle?

    Jan Plamper bastelt mit seinem Beitrag fleißig mit an dem Meta-Mythos, die Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit durch die (angebliche) Cancel Culture wäre nur ein Mythos, so wie auch die Behauptung ein Mythos wäre, an geistes- und kulturwissenschaftlichen Fakultäten gebe es eine linke Hegemonie. Das wären, so der Meta-Mythos, nur Erdichtungen vor allem konservativer und rechter sowie alter und weißer Professoren, die sich zwar gerne mit ihren typischerweise nationalen, migrationsfeindlichen und islamophoben Positionen aus dem Fenster hängen, bei kritischem Gegenwind aber sofort aufjaulen und rumschreien, eine linke Meinungsmafia beraube sie ihrer Freiheit. Dieser gar nicht neue Meta-Mythos lässt sich leicht belegen. (mehr …)
  • Wie ich einmal gecancelt werden sollte

    Die Gründer des „Netzwerks Wissenschaftsfreiheit“ wollen gegen eine angeblich weit verbreitete „Cancel Culture“ vorgehen. Damit könnten sie in den eigenen Reihen anfangen Vergangene Woche ist das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit erstmals an die Öffentlichkeit getreten. In der Presseerklärung heißt es, „Cancel Culture und Political Correctness haben die freie und kontroverse Debatte auch von Außenseiterpositionen vielerorts an den Universitäten zum Verschwinden gebracht“. Unterzeichnet haben 62 Akademiker und zehn Akademikerinnen, mehrheitlich mit Professuren in Deutschland. Sie alle sehen den freien Austausch unterschiedlicher Meinungen an der Universität gefährdet. Statt dass den Idealen der Aufklärung entsprechend das bessere Sachargument gewinnen könne, würden missliebige Meinungen von vornherein ausgeschlossen, und zwar indem man diejenigen, die sie vertreten, „moralisch“ diskreditiere. (mehr …)