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Hélène Cixous im Winter
Man kennt Hélène Cixous in der Brasserie Zeyer, und sie wird unter freundlichem Fragen nach dem werten Befinden an ihren Platz geführt. Noch ist das messinghelle Lokal fast leer, es wird sich im Laufe unseres Essens mit lebhaften Gästen füllen, die sich vor allem den Früchten der Austernsaison widmen. Auch wir beginnen mit einer Platte Fines de Claires verschiedener Größe, deren Herkunft und Qualitäten der maître d’hotel erklärt. Letztes Jahr, anlässlich des hundertsten Geburtstags des Restaurants, habe es ein Austernfest gegeben, bei dem die Züchter aus der Normandie ihre Austern vorgestellt hätten. „Hundert Jahre seid ihr alt!“, sagt Hélène, und der maître nickt stolz. Als er gegangen ist, sagt sie: "Drei Jahre jünger als Eve." Eve war Hélènes Mutter. Letztes Jahr ist sie im Alter von 103 Jahren gestorben. Ihren Hundertsten feierten die beiden noch mit einem Spaziergang und einem Kaffee auf der Terrasse des Pavillon Montsouris; die Fotos zeigen die alte Dame, gebeugt und fragil, mit ihrem verhaltenen Lächeln und einer kessen Ballonmütze. Da wohnte Eve noch in ihrer kleinen Wohnung unweit des Parks und versorgte sich selbst. Wenig später aber wollte oder konnte sie nicht mehr aufstehen, und wurde in Hélènes Wohnung, am Ende mit Hilfe zweier Pfleger, in den Tod begleitet. Der lange Weg des Verfalls, des zwischenzeitlichen Auflebens, des Ringens um Sprache und Orientierung und des endlichen Verdämmerns ist von Cixous in Homère est morte (Paris: éditions galilée 2014) in schwer zu lesender Intensität dargestellt worden. (mehr …) -
Januarheft: Relaunch
Das Januarheft ist da. Es ist ein besonderes Heft. Nach 23 Jahren erscheint der Merkur im neuen Layout - und geht damit auch zurück ins alte, etwas kleinere Format. Wir bleiben, was den Relaunch betrifft, ganz ordentlich im Rhythmus, das vorletzte Redesign liegt 24 weitere Jahre zurück, es war zum Januar 1968 erfolgt: 1947 - 1968 - 1992 - 2015. Die Veränderungen sind nicht dramatisch, aber sie greifen in jedes Detail durch. Auf dem Titel sind die quer verstrebenden Linien gestrichen, das sieht nun offener aus. Dafür nehmen zwei Streifen oben und unten die Signaturfarbe rot auf; im Inneren setzen sich die Streifen in grau am oberen Rand (im Kritikteil) und in der Innenfalz (in den Marginalien) fort, als Schmuck und Orientierung.
Das Umschlagpapier sagt "Papier" und ist nicht mehr lackiert. Die Brotschrift (Sabon) ist großzügiger, auf den Seiten ist mehr Luft, viel weniger Text ist dennoch nicht im jetzt meist etwas umfangreicheren Heft. Auf Nachfrage gerne mehr zu weiteren Einzelheiten. Kommentare, Kritik, Rückfragen sind selbstverständlich erwünscht. Wir haben von der Januarausgabe zusätzliche Hefte drucken lassen und verschicken natürlich Rezensionsexemplare.
Das Heft hat einen inhaltlichen Schwerpunkt zur "Gegenwart des Digitalen". Sechs Text, über alle drei Rubriken verteilt, befassen sich mit Fragen der Digitalität. Den größten Rahmen zieht Dirk Baecker mit seinem Vorschlag, Information als Leitbegriff der nächsten Gesellschaft zu verstehen. Ted Striphas geht dem Zusammenhang von Sprache und Internet nach. Günter Hack kann zeigen, dass das Internet nicht einfach, wie oft behauptet, eine Erfindung aus dem Geist des Militärs ist. Von den Umbrüchen in den geisteswissenschaftlichen Verlagen berichten Caspar Hirschi und Carlos Spoerhase. Valentin Groebner ist von Peter Burkes Buch über "Die Explosion des Wissens" bitter enttäuscht.
Mehr als erwähnenswert: Nach dreißig Jahren erscheint erstmals wieder ein Text von Alexander Kluge im Merkur - Politische Geologie besteht aus erzählerischen Skizzen, die um das Kriegsende 1945 kreisen. Eva Geulen denkt über Unübersetzbares und Begriffsgeschichte nach. In den Kolumnen geht es um Gedenkstätten und ihre Sichtbarkeit (Christian Demand) und die Zukunft des Pop im Zeichen von Retromanien (Eckhard Schumacher). Außerdem: Ljudmila Belkin über die Vielheit des Donbass. Frei lesbar sind, wie schon vermeldet, Günter Hacks Essay sowie ein Text von Paul Kahl und Hendrik Kalvelage über die Nazi-Verstrickungen des Goethe-Nationalmuseums in Weimar.
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Aus dem Archiv: Ulrich Beck: Der anthropologische Schock
Zum Tod von Ulrich Beck schalten wir seinen Text Der anthropologische Schock. Tschernobyl und die Konturen der Risikogesellschaft bis Mitte des Monats frei. Es ist einer von drei Texten Becks im Merkur (veröffentlicht in Heft 450, August 1986, also zeitgleich mit dem Erscheinen des Klassikers Die Risikogesellschaft). Der erste von Becks Merkur-Texten, Jenseits von Stand und Klasse Auf dem Weg in die individualisierte Arbeitnehmergesellschaft, wurde im Mai 1984 (hier als kostenpflichtiges pdf), der letzte, Die Selbstwiderlegung der Bürokratie Über Gefahrenverwaltung und Verwaltungsgefährdung, im August 1988 (hier als kostenpflichtiges pdf) veröffentlicht. I Die Ausnahme bringt die lange verdrängte Regel zu Bewußtsein: den Alltag im Atomzeitalter. Woran unsere Lebensformen einen historischen Augenblick lang zerschellt sind, soll hier von drei Seiten beleuchtet werden: die Enteignung der Sinne; die Weltendifferenz zwischen Sicherheit und wahrscheinlicher Sicherheit; und die absolute, alle Grenzen und Schutzzonen aufhebende Zugewiesenheit der Gefahr. Was wäre geschehen, wenn die Wetterdienste versagt, die Massenmedien geschwiegen, die Experten sich nicht gestritten hätten? Niemand von uns hätte etwas bemerkt. Wir sehen, hören weiter, aber die Normalität unserer sinnlichen Wahrnehmung täuscht: Vor dieser Gefahr versagen unsere Sinne. Wir, alle, eine ganze Kultur sind auf einen Schlag erblindet im Sehen (taub geworden im Hören usw.). Was beides meint: die Unfaßlichkeit einer für unsere Sinne unveränderten Welt und die hinter den Dingen steckende, unserem Blick, unserer ganzen Aufmerksamkeit verschlossene Verseuchung und Gefahr. Mit dem Atomzeitalter entsteht eine Verdoppelung der Welt. Die Welt hinter der Welt, die uns unvorstellbar bedroht, bleibt unseren Sinnen ein für allemal unzugänglich. Dies gilt auch dann, wenn der Grad der Verseuchung "ungefährlich ist. Die Universalität der Bedrohung und die pauschale Entwertung der Sinne in der Gefahr geben der Debatte um Grad und Gefährlichkeit der Verseuchung, die nun öffentlich tobt und sich noch ganz in die Magie physikalischer Formeln verirrt hat, erst ihren tiefen kulturellen Hintersinn und ihre soziale Brisanz. Tschernobyl hat von einem Tag auf den anderen bewußt werden lassen, was schon längst gilt: Nicht nur im Atomzeitalter, auch im Umgang mit chemischen Giften in Luft, Wasser, Nahrungsmitteln usw. haben sich die Besitzverhältnisse im Zugriff auf Wirklichkeit grundlegend verändert. In einer berühmten Analogie gesprochen: Die private Verfügung über die Wahrnehmungsmittel ist aufgehoben. Med. dr. Eugenijus Mockaitis apie nevaisingumo priežastis ir gydymą, kepenų valymą, meilę, g tašką, aromaterapiją, Ajurvedą, osteochondrozę, sveiką gyvenseną, maistą ir dietas. Die Sinne sind - in der vollen Pracht ihrer Wirklichkeitsbilder - enteignet worden. Uns geht es nicht anders als den Salatköpfen, warum auch: Ebenso wie der Salat (grün, frisch und knackig wie immer), der verseucht ist oder als verseucht gilt (dieser Unterschied wird unerheblich), in den Händen seines Besitzers ökonomisch und sozial verdorrt ist, ebenso sind unsere Sinne im Angesicht der atomaren Gefahr nutz- und funktionslos geworden. Worüber wir uns durch ihre volle Funktionstüchtigkeit nur zu leicht und gerne hinwegtäuschen lassen. ... Die Freischaltung des Textes war, wie angekündigt, befristet. Für 2 Euro lässt sich der komplette Text als pdf jederzeit im Volltext-Archiv abrufen. -
Risiko und Verantwortung am Collège de France
Das New Yorker Department of Financial Services, eine US-Regulierungsbehörde, geht einem Bericht der Financial Times zufolge jetzt doch noch einmal dem Manipulationsverdacht auf den Devisenmärkten nach. Viele der Banken mussten bereits hohe Geldstrafen zahlen, weil Devisenhändler Absprachen trafen, um die Wechselkurse zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Auf Seiten der Banken reagierte man empört auf das Verhalten der "rogue traders" in den eigenen Reihen. Jetzt kommt allerdings ans Licht, dass nicht nur einzelne Personen versuchten den Wechselkurs zu beeinflussen, sondern bankenweit Algorithmen zum Einsatz kamen. Interessanterweise wird das möglicherweise noch weitaus höhere Geldbußen zur Folge haben. Die Codes, die verwendet wurden, lassen das Problem nämlich unzweifelhaft als ein systemisches erscheinen. Es ist, als ob die Kybernetik sich gegen ihre Anwender richtet. Norbert Wiener hat die Kybernetik einst als "Wissenschaft von der Steuerung und Regelung, das heißt der zielgerichteten Beeinflussung von Systemen" definiert. Das wird den Banken gerade zum Verhängnis. (mehr …) -
Merkur – Toepfer-Stiftung: Eine Woche Zeit
Eine Woche Zeit
Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und die Zeitschrift MERKUR ermöglichen „Eine Woche Zeit“ zum Nachdenken, Neudenken und Diskutieren in konzentrierter Atmosphäre im Seminarzentrum Gut Siggen an der Ostsee.
Weshalb "Eine Woche Zeit"? In Zeiten dynamischer Entwicklungen kommen strategische Gespräche und kreative Gedanken oft zu kurz. Verschiedenste Akteure zusammenzuführen und einen offenen und zugleich zielführenden Austausch zu organisieren ist eine Herausforderung. Die Toepfer Stiftung und MERKUR möchten deshalb Raum geben für Reflexionen und Diskussionen, für die im Tagesgeschäft keine Zeit bleibt. Das Format "Eine Woche Zeit" bietet die Möglichkeit für Tagungen, die sich von konventionellen Konferenzen abheben. Wie funktioniert Eine Woche Zeit? Drei Gruppen mit maximal 24 Teilnehmern erhalten die Gelegenheit, auf Gut Siggen in Ostholstein ihre selbst konzipierte Tagung abzuhalten, die sich auszeichnet durch thematische Relevanz, ein außergewöhnliches Format oder durch die Zusammensetzung ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Toepfer Stiftung übernimmt die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Tagungslogistik. Für die Reisekosten kommen die Gäste selbst auf.
Wer kann sich bewerben für "Eine Woche Zeit"? Bewerben können sich Personen und Institutionen, die sich mit Fragestellungen von gesellschaftlicher Relevanz an den Schnittstellen von Kultur, Philosophie, Politik und Wissenschaft befassen. Eine Jury aus Vertretern von Toepfer Stiftung und MERKUR wird aus den Bewerbungen die Auswahl der Tagungsprojekte vornehmen. Auswahlkriterien sind: zukunftsorientierte Ausrichtung, durchdachte Fragestellung sowie begründete, über Institutionen und Disziplinen hinausweisende Relevanz. Ausführliche Informationen zur Bewerbung und den Tagungszeiten unter: http://toepfer-stiftung.de/eine-woche-zeit/
Gut Siggen (Foto: Toepfer-Stiftung) -
Accelerationism vs. Academism (at Centre Pompidou)
This is the English version of Tobias Haberkorn's text Akzelerationismus vs. Akademismus, which was originally published at Merkur-Blog last Tuesday. Last Monday at the Centre Pompidou, Alex Williams’ and Nick Srnicek’s Manifesto for an Accelerationist Politics was for the first time presented to a French audience. A year ago, Armen Avanessian had gathered more than five hundred people at an Alexanderplatz location for the book launch of the Manifesto’s German edition. Translations into eighteen different languages followed. Then Paris began to stir. Yves Citton, professor of literature in Geneva, has translated and published the text in Multitudes, a journal of such impeccable leftist pedigree that I hold it to be one of the best but have never gotten around to actually reading it. In Paris too, accelerationism draws crowds. Of the two hundred or so people that showed up, more than fifty were turned away at the door of a conference room that turned out to be far too small. (mehr …) -
Konferenz: Intellektuelle Beißhemmung – Dokumentation
Foto: Marie Wuth
Am 5. Dezember hat der Merkur gemeinsam mit dem DFG-Netzwerk "Gelehrte Polemik" im Deutschen Theater eine Konferenz zum Thema "Intellektuelle Beißhemmung" mit Vorträgen und Diskussionen zu Polemik und Wissen in der Wissenschaftskultur ausgerichtet. Hier die vollständige Audio-Dokumentation der Veranstaltung - in jenen drei Blöcken, in die die Konferenz aufgeteilt war. Zunächst zwei Vorträge mit Respondenz, dann eine Podiumsdiskussion. (mehr …) -
Akzelerationismus vs. Akademismus (im Centre Pompidou)
Letzten Montag wurde im Centre Pompidou das »Manifesto for an Accelerationist Politics« von Alex Williams und Nick Srnicek vorgestellt. Vor genau einem Jahr hatte Armen Avanessian zur deutschen Buchpremiere des Manifests bei Merve über fünfhundert Leute am Alexanderplatz versammelt. Nachdem das Manifest inzwischen in knapp zwanzig Sprachen vorliegt, reagiert auch Paris. Übersetzt und rausgebracht hat den Text nun Yves Citton, Literaturprofessor aus Genf, in seiner Zeitschrift Multitudes. Die hat einen so lupenreinen linken Ruf, dass ich sie im Prinzip für eine der besten halte, tatsächlich aber noch nie gelesen habe. Auch in Paris zieht der Akzelerationismus. Von über zweihundert Interessenten müssen, weil der Saal zu klein ist, etwa fünfzig draußen bleiben. Wie nimmt das französische Establishment ein politisches Programm wahr, das von zwei Londoner Doktoranden in International Relations aufgesetzt wurde und seit einem guten Jahr die internationale Theoriebranche mit Schlagworten beliefert? Um das Ende vorweg zu nehmen: als Ärgernis, ja als Bedrohung. Ein paar anerkennende Worte gab es zwar, die wirkten aber wie minimale Höflichkeitsadressen in einer ansonsten allergischen Abwehrreaktion. Williams und Srnicek, die wegen eines Visumsproblems (Srnicek ist Australier) nicht hatten anreisen können, durften sich per Skype zwei Totalverrisse ihres Manifests anhören. (mehr …) -
Was ist literarischer Erfolg? Ein Jahr mit den Goncourts (VIII)
Ich werde nie das Kreuz der Ehrenlegion bekommen, ich werde nie zur Académie gehören, ich werde nie eine dieser Auszeichnungen erhalten, die mein Talent bestätigen. Beim Publikum werde ich immer ein Paria sein, ja, ein Paria! (Émile Zola in: Bd. VI, S. 154)
Im 6. Band der insgesamt 11 Tagebuchbände, der die Jahre 1873-80 nach dem Tod seines Bruders umfasst, wird das Hadern Edmonds mit sich und dem gemeinsamen Werk überdeutlich. Es ist ein Hadern nicht nur mit Resonanz: dem immer auch eitlen und etwas selbstgefälligen Topos des verkannten Schriftstellers kann er sich ebensowenig entziehen wie der eingangs zitierte Émile Zola. Es ist vor allem ein Hadern mit der so schmerzlich vermissten öffentlich bekundeten und institutionell ratifizierten Anerkennung: Ehrenkreuz, Akademie, Preise. Ist es allein das, was Edmond zum Jahresbeginn 1875, fünf Jahre nach dem Tod seines geliebten Bruders, vermisst? Nicht nur. Es ist das gemeinsame Schreiben als solches, wie Edmond erkennt, als er den Titel La Fille Élisa (erschienen im übernächsten Jahr) erstmals notiert: (mehr …) -
„That’s My Hood“: Bei Westbam zuhause
Schon vorletzte Woche machte Stuckrads Homestory alles richtig. Da war Katja Ebstein zu Gast in der Sendung, deren Prinzip ganz einfach ist: Benjamin von Stuckrad-Barre trifft Leute, weiß aber vorher nicht wen. Leider hat Ulf Poschardt einfach so lange behauptet, das deutsche Boot sei voll mit humorlosen, lustfeindlichen, protestantischen Ex-68ern, die längst zu rot-grünen Spießbürgern verkommen sind, dass es irgendwann für plausibel gehalten wurde. Dieses falsche Bild wird von Katja Ebstein einmal komplett auseinander genommen. Im Gespräch mit Stuckrad-Barre ist sie so offen, selbstironisch und berichtet mit beinahe buddhistischer Lässigkeit aus ihrem Leben. Auch das war 68. Ich fand’s großartig. Diese Woche legt die Sendung noch eine Schippe drauf, was ich fast nicht für möglich gehalten habe. Besuch bei Westbam. Gleich zu Beginn wird ein Einspieler aus Westbams Kokszeit Anfang der neunziger Jahre gezeigt. Schweiß auf der Stirn, Redeschwall, der ganze Pipapo. Stuckrad machte ähnliche Erfahrungen mit der Droge. Seine Kokainabhängigkeit war sogar Gegenstand einer Doku, die ich mir allerdings bis heute nicht angesehen hab. (Kommt noch.) Ich kannte nur Rainald Goetz’ obsessive Auseinandersetzung mit der Persona Stuckrad-Barres, also mit der Art und Weise, wie seine persönlichen Hochs und Tiefs von Stuckrad selbst in den medialen Raum eingespeist werden. Die Texte waren so schön, weil es nie darum ging, die Massenmedien einmal im Kreis durch die kulturkritische Manege zu führen. Viel eher waren es Bausteine für eine neue Theorie des Boulevards, die da weitermachten, wo Les Stars, das 1957 erschienene Buch des französischen Philosophen Edgar Morin, aufgehört hatte. (mehr …)
