-
Dezember 15, 2023 - Keine Kommentare
Rekapitulieren wir. Anfang 2021 war das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit mit 72 Erstunterzeichnenden an die Öffentlichkeit getreten. In der Presseerklärung vom 3. Februar hieß es, „Cancel Culture und Political Correctness haben die freie und kontroverse Debatte auch von Außenseiterpositionen vielerorts an den Universitäten zum Verschwinden gebracht“. Inzwischen ist es auf 768 Mitglieder*innen angewachsen, die meisten mit Professuren an deutschen Hochschulen.Stand 15. Oktober 2023: https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/ueber-uns/mitglieder/. Die Gründung sorgte für große Medienresonanz. Diejenigen, die die Existenz von Cancel Culture an deutschen Universitäten grundsätzlich bezweifelten, fragten kritisch nach konkreten Fällen. In diesem Zusammenhang verwies das Netzwerk unter anderem auf den Osteuropahistoriker Jörg Baberowski, der sich seit Jahren von einer trotzkistischen Studierendengruppe verfolgt sieht. (mehr …) -
Dezember 07, 2023 - Keine Kommentare
Der Merkur-Preis für herausragende Dissertationen, gestiftet 2019 von der Ernst H. Klett Stiftung Merkur, geht in diesem Jahr an den 1985 geborenen Soziologen Thies Hansen.
Hansen erhält die Auszeichnung für seine mittlerweile auch als Buch erschienene Studie Die neue Ordnung der Liebe. Liebesformen unter den Bedingungen von Kontingenzkultur und Konkurrenzgesellschaft. Thies Hansen untersucht in seiner von Prof. Hans-Peter Müller und PD Michael Makropuolos (beide HU Berlin) betreuten Dissertation, das Liebesleben kinderloser Menschen zwischen zwanzig und dreißig Jahren. (mehr …) -
November 09, 2023 - Keine Kommentare
Übersicht
.
BEYOND SHOCK & AWE
MORAL PANIC
MEIN FFF
GEGEN_BEKENNTNISSE
DOES CONTEXT MATTER?
WIR SIND ALLE FRAGMENTE
ERINNERUNGSLEITKULTUR (mehr …) -
November 03, 2023 - Keine Kommentare
Der Essay Birdwatching in Israel ist nach einer Reise im April 2022 entstanden. Viele Jahre zuvor hatte ich länger in Tel Aviv gelebt und war regelmäßig dort – nun kehrte ich nach einem längeren Unterbruch zum ersten Mal nach Israel zurück. Ich wollte das Land auf eine andere als die mir bislang bekannte Weise kennenlernen: Die Vögel sollten meinen Blick anleiten, mir eine neue Perspektive ermöglichen. (mehr …) -
November 01, 2023 - Keine Kommentare
Kurzer Hinweis: Ab sofort ist der quasi-offizielle, dichter bespielte Social-Media-Account des Merkur auf Mastodon, nämlich hier. Der X-Account wird mit spitzen Fingern fürs erste weitestgehend passiv weiterbetrieben.
. -
Oktober 31, 2023 - Keine Kommentare
Der Architekt und Architekturtheoretiker Philipp Oswalt empfiehlt den Essay “Städtebau zwischen Emotion und Wissenschaft” von Ulrich von Altenstadt zur Zweiten Lesung. Der Text ist 1964 im Merkur erschienen und formuliert die Sehnsucht, die Städteplanung endlich aus der bloßen Reaktion auf bereits eingetretene Katastrophen und Übelstände zu befreien und ein neues utopisches Verständnis von Stadt zu begründen, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.
(mehr …) -
September 29, 2023 - Keine Kommentare
Aleida Assmann empfiehlt Ralf Dahrendorfs “Die Zukunft des Nationalstaates” zur Zweiten Lesung. Der Essay ist 1994 im Merkur erschienen und interessiert Assmann nicht zuletzt im Zusammenhang mit ihrem 2021 erschienenen Buch “Die Wiedererfindung der Nation. Warum wir sie fürchten und warum wir sie brauchen”. Zugleich verdeutlicht er vor dem Hintergrund der heutigen Debatten die gesellschaftlichen Veränderungen der rund dreißig Jahre, die zwischen diesen beiden Texten liegen. (mehr …) -
Juli 25, 2023 - Keine Kommentare
Dahlem war zu Hegels Berliner Zeit kaum mehr als ein größerer Bauernhof weit außerhalb der Stadt. Erst nach seinem Tod wurde das Gebiet auf kaiserlichen Erlass zum Wissenschaftsstandort ausgebaut, einem deutschen Oxford, zumindest dem Anspruch nach. Dahlem verbindet also auf den ersten Blick nichts mit Hegel. Trotzdem lädt das „Dahlem Humanities Center“ jährlich zur „Hegel-Lecture“ ein, mittlerweile einer festen Institution im akademischen Kalender Berlins, die so prominente Intellektuelle wie André Glucksmann oder Slavoj Zizek anziehen konnte. Die Namenspatronage Hegels ist dabei inhaltlich gedeckt: Als Philosoph der Freiheit passt er tatsächlich ganz gut nach Dahlem, wo vor 75 Jahren die Freie Universität gegründet wurde, an der auch das „Dahlem Humanities Center“ beheimatet ist. (mehr …) -
Juli 13, 2023 - Keine Kommentare
Jürgen Habermas hat in einem kürzlich erschienenen Suhrkamp-Band mit dem Titel „Freiheit oder Leben?“ eine in zwei früheren Artikeln vorbereitete und mit anschwellender Vehemenz vorgetragene Position zur Pandemiepolitik entwickelt, die näherer Betrachtung lohnt.
Die medial geführten Debatten hätten es versäumt, so Habermas’ grundlegende Beobachtung, die Zielsetzung der Pandemiepolitik herauszuarbeiten. Behelfsmäßig diente jahrelang eine grafisch anschauliche rote Linie, nämlich die Zahl der Krankenhausbetten, allzu unhinterfragt als Richtmarke für Gewährung und Entzug von Freiheiten. Diese Heuristik schließe allerdings voreilig das Recht auf Leben mit medizinischer Versorgung kurz: Unter der Hand tausche der eigentlich angestrebte Infektionsschutz mit der bloßen Zusicherung von Behandlungschancen im Notfall. (mehr …) -
Juni 09, 2023 - Keine Kommentare
Wer die Berichterstattung über die Lina-E.-Demonstrationen in Leipzig verfolgt, bekommt den Eindruck, hier habe sich eine Horde destruktiver Charaktere zusammengerottet, um das Gemeinwesen zu bedrohen und Connewitz als Geisel zu nehmen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Antifa, um die es geht, ist ein Club der Anständigen und Tugendhaften, die sich um den Zustand der Gesellschaft sorgen und dem Staat unter die Arme greifen, wo er schwächelt, was leider oft vorkommt. Bei der Bekämpfung seiner rechtsradikalen Feinde stellt er sich mindestens dusselig, wenn nicht sogar absichtlich ungeschickt an. (mehr …)