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Januar 08, 2021 - 3 Kommentare
Verehrte Frau Prof. Assmann,
vielen Dank für Ihren neuen Beitrag zur erweiterten Debatte um Achille Mbembe im neuen Merkur. Ich habe Ihre Interventionen von Beginn an verfolgt und schätze diese sehr, zumal die Position der jeweiligen SprecherInnen leider immer wichtiger wird. Nicht alle können und wollen sich in diesem Klima der zunehmenden Verdächtigungen frei äußern. (mehr …) -
Januar 03, 2021 - 4 Kommentare
„Historisch war der ‚Judenboykott‘ eine Vorstufe zur Massenvernichtung. Seine Aktualisierung vernachlässigt empathielos die jüdische Erfahrung der Shoah. Derart stellt auch die Boykottstrategie der antiisraelischen Kampagne BDS, die besonders im Kunst- und Kulturbetrieb starken Zulauf erfährt, eine ethische Verfehlung dar, mit der ihre Unterstützer*innen konfrontiert werden müssen, so Aram Lintzel“, so die Texte zur Kunst-Redaktion in der Einführung zu seinem Beitrag. (mehr …) -
November 23, 2020 - 1 Kommentar
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Oktober 23, 2020 - 2 Kommentare
Es ist keineswegs ausgemacht, wie der philosophische Begriff agencement am treffendsten ins Deutsche zu übersetzen ist. Gilles Deleuze und Félix Guattari haben diesen Begriff in den späten 1970er Jahren geprägt, als Alternative zu ihrem oft missverstandenen Konzept der Maschine. Dominierte anfangs die linguistisch orientierte Übersetzung als „(Aussagen-)Verkettung“, wurde nach und nach deutlich, dass es eigentlich um die komplexen Verkopplungen von Zeichen und Materie, Technik und Körper oder Mensch und Tier ging. Dementsprechend lag es nahe, agencement im Sinne von „(räumlicher) Anordnung“ oder auch „Wirkungszusammenhang“ zu verstehen. (mehr …) -
Oktober 14, 2020 - Keine Kommentare
Wenn sich die Kräfteverhältnisse in einem Land verändern, sind die Gefängnisse wie Frühwarnzentralen, in denen zu erkennen ist, dass eine Macht fällt. Deshalb wurde der demonstrative Besuch von Alexander Lukaschenka im Minsker KGB-Gefängnis am Wochenende in Belarus besonders genau beobachtet. Mitten in der COVID-19-Pandemie schritt der autoritäre Herrscher vor laufender Kamera mit ausgestreckter Hand die Reihe seiner wichtigsten politischen Gefangenen ab. Die wenigen Fernsehbilder, die als Beweis seiner Dialogbereitschaft gedacht waren, wirkten wie ein besonders zynischer Monolog. (mehr …) -
Oktober 13, 2020 - 1 Kommentar
In diesem Jahr bleiben die Hallen zur Frankfurter Buchmesse leer. Angesichts steigender Covid-19-Infektionszahlen wäre die Messe wohl zu einem lebhaften Marktplatz infektiöser Aersole geworden. Dass das digitale Programm die dichte Atmosphäre sich langsam voranschiebender Menschenmassen nicht ersetzen kann, ist wohl allen in der Buchbranche bewusst. Anlass zur Sorge bot die Entscheidung dennoch kaum – man bedauerte zwar, dass man auf den alljährlichen Messekater verzichten müsse, aber eine branchenübergreifende Empörung blieb weitestgehend aus. (mehr …) -
Oktober 07, 2020 - Keine Kommentare
Meine Mutter kannte sie, jeder Einheimische kennt sie, warum sie so heißt, wissen wenige. Gerade heute wieder getestet, mit einem Augenzwinkern, bei einer netten Kollegin mit Paradiesbrückenbezug im baselländischen Muttenz, aber das ist ... jedenfalls, der Legende nach stand Luther bei einem seiner vier Predigt-Aufenthalte in der Stadt, er war mit dem Bürgermeister Mühlpfordt befreundet, unter starker Bedrängnis wütender und bewaffneter Franziskaner, er rettete sich durch wilde Flucht über die Mulde auf ebenjener heutigen Brücke, die aber schon die Nachnachfolgerin der von 1524, in das jenseitige gut verschließbare Gasthaus, beides erklärte er, Luther, zu seinem Paradies, der Wirt und der Rat nahmen dieses Diktum gerne auf. Ortsbezogenes Marketing war von jeher ein wesentlicher Treiber der Public History.
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September 30, 2020 - Keine Kommentare
Ich bin dem Schriftsteller, Philosophen und Dichter Günther Anders (1902-1992) in kurzer Zeit dreimal hintereinander begegnet: Anders war in der Umwelt-, und Friedens- und Antiatomkraftbewegung aktiv, und in erster Ehe mit Hannah Arendt verheiratet, deren Werk im Deutschen Historischen Museum gerade eine umfangreiche Schau gewidmet wurde. Während der Vorbereitung eines Aufenthalts in Wrocław stellte ich außerdem fest, dass er ein Tagebuch seiner Rückkehr in die Stadt geführt hatte. Anders hatte Wrocław fünfzig Jahre zuvor verlassen, um mit seinen Eltern, den deutsch-jüdischen Psychologen Clara und William Stern, nach Hamburg zu ziehen und war seitdem nicht zurückgekehrt. (mehr …) -
September 24, 2020 - Keine Kommentare
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September 18, 2020 - Keine Kommentare
Drei Frauen tanzen im neuen Stück von Rainald Goetz, Reich des Todes, wie Tick, Trick und Track auf der Bühne im Gleichschwung zu einem Lied über Coca-Cola, die rote Imperalistenbrause. Die Schauspielerinnen singen das Lied selber, zu dem sie sich im Takt wie einst Marlene Dietrich oder Marilyn Monroe vor den amerikanischen Soldaten wiegen. Coca-Cola ist ein Zeichen, das durch das Stück immer wieder verwendet wird. Sie ist leistungssteigernd, sie ist voller Zucker, sie hebt die Stimmung und sie wird in die ganze Welt exportiert. Ein amerikanischer Krieg ohne Coca-Cola scheint undenkbar. Die Performance der Truppenunterhalterinnen soll die Arbeitsmoral der amerikanischen Soldaten heben. Die Arbeit bestand 2003-2004 im Irak darin, an Informationen zu kommen, wer für die Anschläge auf die Twin-Towers verantwortlich zu machen sein könnte. (mehr …)