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Der Autor ist anwesend – Ein Abschlussbericht zu Christian Krachts Frankfurter Poetikvorlesungen
Es war abzusehen, dass das Erregungsniveau der ersten Vorlesung nicht zu halten sein würde. Zeitungen, Fernsehen und Radio hatten sich auf Christian Krachts Missbrauchserzählung geradezu gestürzt. Offen blieb: Welche Rahmung würde Kracht in seinen weiteren zwei Vorlesungen anbieten? (mehr …) -
Blitz und Donner – Christian Krachts Frankfurter Poetikvorlesungen als werkbiographische Zäsur
Zwei Stunden vor Beginn stellten wir uns in die Schlange, die es da noch gar nicht gibt. Wir waren die ersten, direkt vor der Tür zum Audimax der Frankfurter Goethe-Universität. Das war vielleicht etwas übereifrig, aber man kann ja nicht wissen, zu welcher Mobilisierung der Kracht-Fanclub in der Lage sein würde. Bei Alexander Kluge drängten sich vor ein paar Jahren einige Zuhörer sogar auf dem Boden. Also lieber auf Nummer sicher gehen und gleich zu Beginn der Frankfurter Kracht-Woche den Heimvorteil ausnutzen. (mehr …) -
Video: Thomas Sparr im Gespräch | Zweite Lesung
Thomas Sparr empfiehlt zur zweiten Lesung „Tod in Jerusalem“, den Jürgen Habermas anlässlich des Begräbnisses von Gershom Scholem 1982 verfasst hat. Ein schmaler, aber gehaltvoller Text, in dem Habermas seinen Zeitgenossen würdigt. (mehr …) -
Video: Lena Vöcklinghaus und Alina Herbing im Gespräch mit dem Merkur | Zweite Lesung
Nach den Vorwürfen an der Universität Hildesheim wurde im Merkur-Blog das Sexismus-Dossier ins Leben gerufen. Die insgesamt 29 Beiträge widmen sich der Diskriminierung an Hochschulen, im Literaturbetrieb sowie im Theater. Ekkehard Knörer spricht mit den Herausgeberinnen Lena Vöcklinghaus und Alina Herbing. (mehr …) -
Popkultur und Politik
Mickey Mouse und Coca Cola. Auf den berühmtesten Werken der Pop Art sind populäre Produkte der Warenwelt, bekannte Logos und Stars oder in den Massenmedien prominent gewordene Politiker zu sehen. Donald Duck, McDonald’s, Marylin Monroe, Mao, Che Guevara, Campbell Soup, Kellog’s, Chiquita Bananen kennt man schon längst, bevor sie auf den Werken Andy Warhols, Roy Lichtensteins, Claes Oldenburgs und vielen anderen auftauchen. Für Pop ist dies typisch. Die Popästhetik greift auf das zurück, was bereits massenhaft verbreitet und ungemein bekannt ist. Diese Zweitverwertung ist als Verflachung, Massenkultur, Kulturindustrie kritisiert worden. Pop ziehe den Bereich der Ästhetik in den der Warenzirkulation hinein. Die gleichen Grundsätze von Werbung und Design, die der Vermarktung der Waren und Stars dienen, formen nun auch noch Kunst und Kultur. Da gibt es von der Frankfurter Schule schlechte Noten... (mehr …) -
„Was in der Welt vorgeht: um ehrlich zu sein, muss ich Dir sagen, dass meine primitive, allererste Reaktion ist, das Ganze unheimlich interessant zu finden“: Anne Weils Briefe an Hannah Arendt
In Dissertationsverteidigungen von Freunden wurde, eher mechanisch Trends folgend als aus politischer oder intellektueller Leidenschaft heraus, die Frage gestellt: Wo ist hier Gender in ihrer Promotion? Und wo das Postkoloniale? Der Forschungsgegenstand gab dazu wenig her, die Diskussion war dürftig, dazwischen lähmte peinlich berührtes Schweigen den Saal. Nee, so nicht. (mehr …) -
Alternativen zur Gegenwart – Replik auf Eckhard Schumacher
Aus Anlass dieser Replik schalten wir Eckhard Schumachers Text aus dem Märzheft des Merkur für eine Woche frei. Die Gegenwart könnte schockierender sein. In seinem Text Present Shock – Gegenwartsdiagnosen nach der Digitalisierung (Merkur 3/2018) gibt Eckhard Schumacher einen Überblick über die Literatur zur „Fixierung auf die Gegenwart als zentrales Problem der heutigen Gesellschaft.“ (67) Referiert werden dabei Studien aus der Medien- und Kulturwissenschaft, die den Prozess der Digitalisierung mit veränderten Zeitkonzepten in Verbindung bringen – keine neue These, aber sicherlich eine, die weiterhin Aufmerksamkeit auf sich zieht und für eine rege Textproduktion sorgt. Doch fragt sich, welche Gegenwart (und welche Medien- und Kulturwissenschaft) gemeint ist. (mehr …) -
Video: Hanna Engelmeier im Gespräch | Zweite Lesung
Hanna Engelmeier empfiehlt zur Zweiten Lesung eine Folge des Journals von Stephan Herczeg. Die insgesamt 33 Lieferungen erschienen von März 2013 bis Dezember 2015. Selten hat eine Kolumne des MERKUR derart polarisiert. (mehr …) -
Aus der Welt des Schweizergaffers
Zensur in der Schweiz, fragen Sie sich; übertreibt da nicht einer, verglichen mit anderen Ländern? Natürlich tritt die offensichtlichste Gefahr, die man durch das Schreiben oder anderweitige Kundtun seiner expliziten Meinung erleiden kann, in der Schweiz kaum auf: die Gefahr, verfolgt, inhaftiert, gefoltert und sogar ermordet zu werden, wenn Texte, Kunstwerke oder Kunstaktionen der eigenen Regierung (man kann auch andere Regierungen oder Regimes erzürnen, aber dann handelt es sich quasi um Landesgrenzen übergreifende Zensurversuche, was in jedem Staat geschehen kann, man denke an den Fall Salman Rushdie) nicht genehm sind, Tabuthemen aufgreifen oder Kulturschaffende einer kriminellen Vereinigung in die Quere kommen (auch das – und dies spricht wenigstens für mein Land, führt selten zu Körperverletzungen oder Mord). Wir sind es uns hier und in Mitteleuropa generell gewohnt, diese krassen Risiken mit mehr oder minder fernen Regionen und Ländern in Verbindung zu bringen: mit Mittelamerika, Russland, China oder Nordkorea etc. Die jährlich publizierten Ranglisten von Organisationen wie Freedom House oder Reporter ohne Grenzen, in denen punkto Pressefreiheit Länder wie Eritrea, Turkmenistan, Syrien oder der Iran in den letzten Jahren oft die Schlusslichter bilden, bestätigen diesen Eindruck. (mehr …) -
Wir trauern um Michael Rutschky
Wir trauern um Michael Rutschky. Er war dem Merkur seit Jahrzehnten und bis zuletzt eng verbunden: als Autor (von 103 Rezensionen und Essays), als Redakteur (über sein "Jahr beim Merkur" hat er seinen letzten Essay für die Zeitschrift geschrieben), als Berater, als "Spiritus Corrector" (wie Willi Winkler in seinem Nachruf schreibt), als Freund.
Noch im November letzten Jahres haben wir in unserer Reihe "Zweite Lesung" ein Videogespräch mit ihm geführt, das biografisch weit zurückreicht. Er erzählt darin, wie ihm schon im Jahr 1958 sein Deutschlehrer am Gymnasium einen Merkur-Artikel empfahl: Hans Magnus Enzensbergers Essay Vergebliche Brandung der Ferne. Eine Theorie des Tourismus. Hier noch einmal dieses Gespräch.
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