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Februar 09, 2016 - 3 Kommentare
Beim Merkur-Gespräch zu den kleinen und großen Formen der Gegenwartsliteratur hat Eva Geulen die Beiträge/Gespräche von Kathrin Passig/Holger Schulze (hier die Slides) und Kathrin Röggla/Ulrich Peltzer kommentiert. Wir dokumentieren diesen Kommentar.
Zwei Geständnisse:
Ich bin weder auf Facebook noch auf Twitter abonniert, aber mit einem Mann verheiratet, der damit und mittelbar davon lebt und komme auf diese Weise in den Genuss von Sekundärbeobachtungen. – Ich lese gerne lange Romane: Stifter und Bolano. (mehr …) -
Februar 08, 2016 - 1 Kommentar
Jakob Nolte im Gespräch mit Wolfgang Hottner über seinen Roman ALFF, Teenager, Bücher und das Großwerden in aufgelösten Formen.
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Die Schüler der High & Low Highschool in Beetaville in Neuengland haben Angst. Einer ihrer Mitschüler wurde von dem sogenannten „Vollstricker“ grausam ermordet. Agent Donna wird vom FBI geschickt, um den Fall zu lösen und Meggy von der Schülerzeitung versucht sich als Privatdetektivin. Zudem gibt es eine „Anachronistische Jugend Beetaville e.V.“, eine Band die „La Deutsche Vita“ heißt und die Olympischen Spiele in Atlanta finden statt: die 90er, das „Genick am Rand des Jahrtausends“. Jakob Noltes Romandebüt ALFF (Fiktion, 2014 / Matthes & Seitz Berlin, 2015) erzählt im Stile eines Highschool-Thrillers von dieser gespenstischen Zeit, von den deutsch-amerikanischen Verwirrungen einer Jugend an der Peripherie des alten Jahrtausends. (mehr …) -
Februar 05, 2016 - 1 Kommentar
Ein kurzer Mailwechsel zwischen Kathrin Passig und Hannelore Schlaffer zu deren Merkur-Essay Wider den Roman, erschienen im Februarheft. In einem letzten Abschnitt des Textes geht es um das von Kathrin Passig mitbetriebene Blog Riesenmaschine - diesen Abschnitt können Sie fürs bessere Verständnis hier nachlesen. Den ganzen, natürlich sehr lesenswerten Text, in dem es um "Gedankenbücher" von Peter Sloterdijk, Rainald Goetz, Botho Strauß und anderen geht, gibt es für 2 Euro im Volltextarchiv. (mehr …) -
Februar 04, 2016 - Keine Kommentare
Twitter ist am Ende. So verkündete es kürzlich zumindest der New Yorker. Dazu war zuletzt immer wieder zu lesen, die Plattform wolle die ikonische 140-Zeichen-Begrenzung der Posts aufheben oder zumindest lockern. Es scheint also ein geeigneter Zeitpunkt zu sein, um danach zu fragen, was Twitteratur war. Dieser Begriff bezeichnet nämlich kein literarisches Genre, sondern situiert bestimmte literarische Texte im Diskurs über Gegenwartsliteratur.
Bemerkenswert ist zunächst, dass sich der Begriff überhaupt herausgebildet hat. (mehr …) -
Februar 03, 2016 - Keine Kommentare
Man kann dieser Tage als Deutschamerikaner mit gewissem Stolz auf sein Land schauen. Jenseits von Pegida und Stammtisch präsentiert sich ein Deutschland, das einerseits kontrovers diskutieren kann, andererseits aber gewisse ethische Grundprinzipien, welche anderswo mit Füßen getreten werden, als hors de combat behandelt – in einem Jahr, in dem Donald Trump Mexikaner jagen will und die Dänen Flüchtlinge auf Eheringe abklopfen, ist das kein Geringes.
Was nicht bedeutet, dass der Diskurs nicht auch Sorgen macht. Der Eindruck ist der einer Gesellschaft, die noch nach dem Vokabular ringt, mit dem den neuen Realitäten beizukommen wäre. Deutsches Handeln, deutsche Impulse sind sehr viel weiter als deutsches Nachdenken, wohl ein Novum in der deutschen Geschichte. (mehr …) -
Februar 03, 2016 - Keine Kommentare
"Die entsprechenden Programme müssten ausgebaut werden, und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens reicht es nicht zu zeigen, dass man Konflikte im Dialog beziehungsweise mit Hilfe der dafür zuständigen Institutionen lösen sollte, Höflichkeit und Respekt inklusive. Vielmehr muss erläutert werden, warum das so ist oder genauer: warum es für alle von Vorteil ist. Und zweitens ist diese Begründung wohl nicht nur für Flüchtlinge informativ, sondern auch für viele Deutsche. Kurzum: Es ist an der Zeit, wieder über Demokratie zu reden – und über Demokratisierung."
So endet ein lesenswerter und online frei lesbarer FAZ-Artikel von Merkur-Autorin Nina Verheyen vom 2. Februar, in dem es darum geht, wie auch die Deutschen einmal integriert werden mussten. -
Februar 02, 2016 - Keine Kommentare
"Ein wunderbarer Text" (Klaus Mickus), "totaler Lesespaß" (Hans Hütt) - viel Lob für Andreas Bernards vorab online lesbaren Aufmacher des Februarhefts. Was uns sehr freut, denn zum einen ist das Bernards Merkur-Debüt. Und zum anderen gelingt es ihm in "Das totale Archiv" tatsächlich, eine Geschichte der Notwendigkeit des Nicht-Wissens zu schreiben, die von Georg Christoph Lichtenbergs Sorgen um den Roman bis zur Romantic Comedy und digitaler Partnervermittlung reicht. Ganz begeistert ist der Gegenstand des zweiten Texts von seinem Porträt, das Burkhard Müller verfasst hat: Der Hochstapler Gert Postel hält den Essay für ein "Meisterwerk" - und wer wären wir, ihm zu widersprechen. Sehr zu empfehlen ist, so leid es uns tut, auch der dritte Text im vorderen Teil: Matthias Rothe rekonstruiert das Projekt des (immer wieder vergessenen) Klassikers der Kritischen Theorie Alfred Sohn-Rethel als Theoriekunstwerk ersten Ranges. (mehr …) -
Februar 01, 2016 - Keine Kommentare
Warum um alles in der Welt sollte ein zeitgenössisches Buch über die Situation afro-amerikanischer Existenz seinen Titel einem Gedicht über das Lynchen entlehnen? Richard Wright, bedeutender Protagonist der Harlem Renaissance, schrieb dieses Gedicht mit dem Titel Between the World and Me 1935 als gotisch dunkle Betrachtung eines Tatorts, an dem das lyrische Ich am Ende selbst gelyncht wird. (mehr …) -
Januar 12, 2016 - 1 Kommentar
Eine Jury, von der nicht klar ist, ob die Welt sie wirklich braucht, hat das Wort "Gutmensch" zum "Unwort des Jahres" erklärt. Auch Unwörter haben ihre Schicksale. Als erster prominenter Fundort jüngerer Zeit gilt (wohl zurecht) der folgende Text von Karl Heinz Bohrer aus dem Merkur 514, Januar 1992. Es handelte sich dabei um einen Kommentar zu den Reaktionen auf Bohrers viel beachtete Serie von Marginalien zum deutschen "Provinzialismus". Die Stoßrichtung war dabei sprach- (oder wie Bohrer selbst in dem Beitrag schreibt) wörterkritisch.
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Januar 12, 2016 - Keine Kommentare
Sie wünschen sich EINE WOCHE ZEIT für freies Denken und Diskutieren? Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. stellt in Kooperation mit dem Merkur ihr Seminarzentrum Gut Siggen zur Verfügung. Das wunderschön an der Ostsee gelegene Ensemble aus Landschaftsgarten, modernem Tagungsgebäude und einem alten Gutshaus mit Bibliothek, Wohn- und Gesellschaftsräumen bietet Gruppen bis zu 24 Personen Raum für fokussiertes Arbeiten und einen offenen Gedankenaustausch. (mehr …)