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März 07, 2025 - Keine Kommentare
"Der destruktive Charakter kennt nur eine Parole: Platz schaffen; nur eine Tätigkeit: räumen. Sein Bedürfnis nach frischer Luft und freiem Raum ist stärker als jeder Hass.“ (Walter Benjamin: Der destruktive Charakter) Diese ausgestellte Unumwundenheit beeindruckt ja schon. An Formen theatraler Politik denken – und an ihre äußerst realen Folgen. (mehr …) -
Februar 26, 2025 - Keine Kommentare
Das Ende der Mitte als Prozess und Chance. Eine Replik auf Per Leos „Das Ancien Regime der Mitte“
In seinem bemerkenswerten Text „Das Ancien Regime der Mitte“ bezieht sich Per Leo auf die These von Florian Meinel und Maximilian Steinbeis, die Union habe unter Friedrich Merz das Ende der Mitte besiegelt. Daraus leitete Leo noch vor der Bundestagswahl einen Aufruf für die LINKE ab, dem auch ohne Folge geleistet zu haben viel abzugewinnen ist. (mehr …) -
Februar 21, 2025 - Keine Kommentare
Die Idee der politischen Mitte ist wenn nicht tot, dann doch so schwer beschädigt, dass sie dringend der Revision bedarf. Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl haben Florian Meinel und Max Steinbeis diese Idee im Verfassungsblog kürzlich plausibel umrissen. In meiner freien, historisch erweiterten Paraphrase lautet sie so: (mehr …) -
Februar 17, 2025 - Keine Kommentare
„Normalisierung“ ist zu einer Art politischem Schimpfwort avanciert oder gar zu dem, was Reinhart Koselleck asymmetrische Gegenbegriffe nannte: Normalisieren tun immer nur andere, man selbst normalisiert nie. Unvermeidlich ist ein solcher Gebrauch nicht: „Normalisierung“ kann in vielen Kontexten verwandt werden; man denke an die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Staaten. So ist Normalisierung denn, mit Rainer Forst gesprochen, ein normativ abhängiger Begriff: Es kommt auf den Kontext an. Unser Kontext ist aber offensichtlich der vermeintlich unaufhaltsame Aufstieg rechtspopulistischer und zum Teil sogar rechtsextremer politischer Parteien. (mehr …) -
Januar 31, 2025 - Keine Kommentare
Während im Bundestag Politiker aller Parteien in der Aussprache über die Regierungserklärung von Olaf Scholz ihren Beitrag dazu leisten, dass Migration das zentrale Thema des Wahlkampfs wird, halten Beamte der Bundespolizei den Bus 981 an, der vom Słubicer Platz der Helden zum Bahnhof in Frankfurt (Oder) kursiert. Die Linie ist eine Errungenschaft des vereinigten Europas Vor der Erweiterung des Schengenraums um die Republik Polen im Jahr 2007 verlief an der Oder die kontrollierte Außengrenze der Bundesrepublik. Einwohner und Zigaretten-Touristen warteten oft eine halbe Stunde an der Brücke mit dem blauen Bogen. Die Einführung eines grenzüberschreitenden Busses der Frankfurter Städtischen Verkehrsbetriebe scheiterte lange am Protest der polnischen Taxifahrer. Heute verbindet die Linie 981 im Stundentakt die beiden Teile der in Folge des Zweiten Weltkriegs geteilten Stadt, die sich längst als Doppelstadt versteht. (mehr …) -
Dezember 18, 2024 - Keine Kommentare
Der alle drei Jahre von der Stadt Stuttgart vergebene Hegel-Preis wurde 2024 an den jamaikanisch-amerikanischen Historiker und Soziologen Orlando Patterson verliehen. Wir veröffentlichen hier die Laudatio, die der Philosoph Christoph Menke auf den Preisträger hielt. Mehr Informationen zum Preis und die Dankrede von Orlando Patterson finden Sie auf der Hegel-Preis-Website
Orlando Patterson hat im Lauf von sechs Jahrzehnten ein Werk hervorgebracht, dessen Vielfalt, Breite, Tiefe, Gelehrsamkeit, Kühnheit und Wirksamkeit einzigartig ist: drei vielgepriesene und vielgelesene, seit ihrem ersten Erscheinen in den 1960er Jahren immer wieder neu aufgelegte Romane; über sechzig Jahre der Lehre in London, Kingston und Boston; vor allem, und im Zentrum seines Werks, eine Serie bedeutender Bücher, die Patterson als den gegenwärtigen Erforscher der Sklaverei erweisen: (mehr …) -
Dezember 17, 2024 - Keine Kommentare
„Der Tyrann ist weg!“ Der überbordende Jubel, der am 8. Dezember unter Syrerinnen und Syrern von Damaskus bis Berlin aufbrandete und sie von den Flüchtlingslagern in Jordanien bis zum Exil in Kanada vereinte, vermag kaum auszudrücken, was in diesen Tagen in ihnen vorgeht. Fast sein ganzes Leben lang habe er sich gefühlt, als umklammerten Hände seinen Hals und drückten ihm die Luft ab, sagte etwa der politische Analyst Yassin al-Haj Saleh, „heute fühle ich mich, als hätte ich zum ersten Mal die Fähigkeit, zu atmen, wiedererlangt.“ (mehr …) -
Dezember 13, 2024 - Keine Kommentare
Tonio Schachingers Roman Echtzeitalter, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2023, erzählt aus dem Leben des jungen Till Kokorda, Schüler an einem renommierten Wiener Gymnasium, der dort unter den Drangsalierungen seines tyrannischen Lehrers leidet und sich deshalb ins exzessive Gaming flüchtet. Auf den ersten Blick mögen die Gründe für die Gunst der Jury im minimalistischen Stil, der präzisen Beobachtungsgabe und einer Prise Coming of Age zu finden sein. Was den Roman allerdings darüber hinaus auszeichnet, ist eben die ausufernde Beschreibung von Videospielen. (mehr …) -
Dezember 10, 2024 - Keine Kommentare
Der Merkur-Preis für herausragende Dissertationen, gestiftet 2019 von der Ernst H. Klett Stiftung Merkur, geht in diesem Jahr an die 1985 geborene Historikerin Cosima Götz.
Cosima Götz erhält die Auszeichnung für ihre von Prof. Jan Eckel betreute, am Historischen Seminar der Universität Freiburg abgeschlossene Dissertation Metropolen im Wettbewerb. Stadtplanung und Stadtgesellschaften in der ersten Globalisierung, 1890-1940. Die unter vielen Aspekten beeindruckenden Studie wird im Frühjahr 2025 auch als Buch erscheinen. (mehr …) -
Dezember 02, 2024 - Keine Kommentare
Moritz Rudolph empfiehlt den Essay “Technik und Fortschritt” von Franz Borkenau, der 1949 im Merkur erschienen ist. Der Geschichtsphilosoph gehört zu den Randfiguren des frühen Instituts für Sozialforschung und hält dem “Untergang des Abendlandes” ein Modell entgegen, in dem Hochkulturen ineinander übergehen und sich gegenseitig befruchten.
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