• Babybauchfotos

  • Das depressive Staatstheater

  • Big Bang Art History

  • Die Kunst der Selbstauslieferung. Zum Werk Ricardo Piglias (1941-2017)

  • Anfänge und Ende(n) der Weltordnung. Geschichtskolumne

  • Oscars, O.J. Filmkolumne

    Oh my God. Die Oscars 2017 endeten mit einem phänomenalen Schnitzer, »einem der bizarrsten – und unangenehmsten – Momente in der Geschichte der Oscars«, fand CNN. Ausgerechnet in der Kategorie Bester Film, zum Höhepunkt der ganzen Zeremonie, wurde der falsche Preisträger verkündet, schuld sollen zwei vertauschte Briefumschläge gewesen sein. Das Team von La La Land jubelte jedenfalls schon auf der Bühne, und die Produzenten hielten ihre Dankesreden, als Security auf die Bühne trat und diffuse Unruhe entstand. Preisverkünder Faye Dunaway und Warren Beatty, früher mal Bonnie und Clyde, heute ältere Leute, standen verwirrt herum, bis der Produzent von La La Land Beatty den richtigen Umschlag aus der Hand riss und ihn zum Beweis in die Kameras hochhielt: »Moonlight ist der Gewinner. Das ist kein Witz! Sie haben das Falsche vorgelesen!«, und Moderator Jimmy Kimmel bekräftigte: »Nein, Leute, es war ein Fehler, Moonlight hat gewonnen.« Die minutenlange Verwirrung darüber, was Inszenierung war und was nicht, zeigt, wie schwer es ist, aus einer missglückten Performance herauszukommen und einen Sprechakt zu widerrufen. »Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das hier wirklich ist«, sagte die Produzentin von Moonlight anschließend in ihrer Dankesrede, und wer wollte es ihr verdenken. (mehr …)
  • Eine kleine Geschichte der Digitalisierung

    Es hat wenig Sinn, die Geschichte der Digitalisierung auf einen einzelnen Kopf zurückzuführen, sei es, dass man von einer Turing- oder von einer Von- Neumann-Maschine spricht oder Konrad Zuse zum Vater des Computers erklärt. Eine solche Personalisierung verkennt den entschieden kollektiven Charakter der universalen Maschine, den Umstand, dass man es mit einer kulturellen Metempsychose zu tun hat,
  • Melancholie der Bilddatenbank

    An einem Novemberabend ordne ich Fotos. Die Arbeit an der Bilddatenbank macht melancholisch, daher meide ich sie, wenn ich kann. In dunklen Zeiten bleibt aber oft nichts anderes zu tun. Wie bei den meisten Menschen meines Alters – ich bin Anfang der 1970er geboren – gab es in meiner fotografischen Praxis einen Bruch, der sich im Archiv reproduziert.
  • Der Zustand Europas

  • Für eine Politik der Geldpolitik. Habermas, Streeck und Draghi

    Europa eignete sich schon immer als Projektionsfläche. Die Europäische Union entstand zunächst ohne Revolution, aber in Folge zweier gewaltiger Kriege. Und sie veränderte sich nach dem Ende des Kalten Krieges noch einmal grundlegend, diesmal unter dem Eindruck einer Revolution. War es eine kontinentale Antwort auf die amerikanische Übermacht?