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Artikel der Kategorie: Blog

  • Der blinde Fleck

    Ein Gespräch von Paul Brodowsky und Florian Kessler über die Sexismusvorwürfe an deutschsprachigen Schreibschulen und in der Literaturwelt. Florian: Paul, Du hast im allerersten Jahrgang des Hildesheimer Studiengangs studiert, von 1999 an. Jetzt bricht achtzehn Jahre später ganz plötzlich diese große Debatte los über Sexismus in Schreibschulen – hat Dich das erstaunt oder gewundert? (mehr …)
  • Ich bin die Schreibschule. Fragt mich mal, wie ich sein will! Nämlich anders.

    Eine Blaupause

    Zu lange dachte ich selber – ich, die Schreibschule – ich müsste so bleiben, wie man mich gemacht hat. Man hat mich ja auch in schöne Häuser gesetzt und grüne Gärten um mich angelegt und mir nahegelegt, die Abschlüsse und Veröffentlichungen meiner Studierenden seien das, worauf es ankäme. Aber es kommt auf viel mehr an. Und auf viel größeres. Deshalb will ich, die Schreibschule, endlich anders werden. Hier ist, wie. (mehr …)
  • Wirklich nett gemeinter Sexismus: Ein etwas länger zurückreichender Blick, im Gegenstand aber wohl zeitlos

    Ich bin während meines Studiums der Literaturwissenschaft an der FU Berlin vor gut zwanzig Jahren von männlichen wie weiblichen Lehrkräften und Kommilitonen durchgängig gut behandelt, ermuntert, unterstützt und in meinem Eigensinn bestärkt worden. Dafür bin ich dankbar. Aber ich erinnere mich an zwei Momente kurz nach dem Magister, in denen sich gefühlt der Boden auftat, weil Lehrende, d.h., Respektspersonen, mit mir auf eine schmeichelhaft gemeinte, aber unangemessene und dadurch auch respektlose Weise sprachen. Damals lernte ich: Es gibt vergiftetes Lob, und es gibt Sexismus, der als Kompliment daherkommt. Ich weiß, dass dieses Problem fortbesteht, und es ist für mich Teil dieser aktuellen Debatte. (mehr …)
  • Vier Gedankensplitter zur Frage nach Sexismus in den Geisteswissenschaften

    1: Eine Paviangruppe wird auf dem Felsen eher die Anwesenheit eines weiteren Pavians erlauben als eine schwarz-weiße Meerkatze in die Menge roter Affenhintern zu integrieren. Dieses Phänomen, die Rekrutierung von Nachwuchs auf Basis von Ähnlichkeit, wird auch als homosoziale Reproduktion bezeichnet. Im akademischen Alltag bedeutet dies, dass die (zumeist männlichen) Professoren gerne dem Nachwuchs Positionen verschaffen, der sie an ihr Alter-Ego aus vergangener Zeit erinnert oder anderweitig das Prinzip der Ähnlichkeit erfüllt. Daraus entstehen logischerweise einige Probleme und es ist sicherlich eine der Ursachen, weswegen die deutschen Elfenbeintürme so erstaunlich homogen besetzt sind. (mehr …)
  • Die demokratietheoretische Sehnsucht nach dem Gestern

    Eine Replik auf Christoph Möllers im Merkur, Nr. 818, Juli 2017 erschienenen Essay "Wir, die Bürger(lichen)" Der Berliner Jurist Christoph Möllers liest den Bürgern die Leviten – und weil er das mit beißender Intellektualität macht und einmal mehr die sonderliche deutsche Seele verantwortlich ist, stößt er auf Wohlgefallen. In der FAZ werden Möllers Gedanken geordnet und gebügelt wiedergegeben. Sein Fazit: Deutsche können keine Politik. (mehr …)
  • Sexismus an Hochschulen (5)

    Wir setzen die Serie zu Seximus an Schreibschulen fort, aber der Titel hat sich, siehe oben, geändert. Zweimal geht es noch um Hildesheim, bei Helene Bukowski (die derzeit noch dort studiert) und Sebastian Polmans (Absolvent). Daneben aber zwei Texte, die den Blick weiten. Joceline Ziegler studiert an einer "ganz normalen Uni", und zwar in einem an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaft angesiedelten Studiengang. Und Berta Belly schreibt unter Pseudonym, und weiß auch warum, von ihren Erfahrungen an einer Kunsthochschule. (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.) (mehr …)
  • Mädchenbande

    Ich habe den Großteil meiner Kindheit und den Anfang meiner Jugend mit Bücher lesen verbracht. Auf Familienfesten wurde sich über mich lustig gemacht, weil ich immer in irgendeiner Ecke saß, las und meine Umwelt ignorierte. Wahrscheinlich hat mich nichts so sehr geprägt wie das, was ich damals gelesen habe. (mehr …)
  • Mitakuye Oyasin

    Schreibschulen, etwa der in Hildesheim, wo ich vier Jahre lang viele Seminare besucht habe und an vielen Projekten teilhaben durfte, wünsche ich eine durch und durch wertschätzende und inspirierende Atmosphäre voll mit mitfühlenden Menschen, die dort lernen und lehren, und die auf ihrem Weg eine Liebe zur Vielfalt von Stoffen und Worten mitbringen; und das Gefühl einer Gemeinschaft, wo alle ein Plätzchen haben und an ihrem Plätzchen an dem arbeiten können, an dem sie arbeiten möchten, und das Kritikbewusstsein ist so, dass alle sich in ihren Potenzialen erkennen können, sich selber fördern und gefördert werden; wo’s zwar auch mal rappelt im Karton, aber bloß weil’s dann ein Signal dafür ist, aus den Kartons rauszukommen, so wie Geschenke. (mehr …)
  • An uns scheitert es nicht, wenn du dich ausziehen willst. Ausflug zu einer ganz normalen Uni

    Ich studiere nicht an einer Schreibschule, das habe ich mir selbst so ausgesucht. Stattdessen hänge ich irgendwo zwischen Philosophie und etlichen Naturwissenschaften an einer ganz normalen Universität in einer ganz normalen deutschen Stadt. Die Antwort auf die Frage, ob ich unbedingt zu dem Ganzen meinen Senf dazugeben muss: ganz sicher nicht. Ob ich das möchte: ich denke schon. Viele, mit denen ich über die Debatte geredet habe, waren überrascht, dass es „vor allem in der Literatur“ überhaupt noch Thema ist. Der Gedanke dahinter ist wohl: Sie (die Literatur) und alles, was mit ihr zu tun hat (also auch Schreibschulen), haben  den Anspruch, zumindest nach außen, solche Dinge im Griff zu haben beziehungsweise auf dem besten Weg dorthin zu sein. (mehr …)
  • Zurück in die Gegenwart – Geschlechterbeziehungen an der Kunsthochschule

    Endlich eine Diskussion zum Sexismus an Kunsthochschulen. Kunst zu studieren, heißt ja leider eine Zeitreise in die 50er Jahre zu machen. Die Kunsthochschule stellt man sich zunächst als ein freies, offenes Experimentierfeld für neue Ästhetiken und Inhalte vor, ein Labor für Utopien, queere Gedanken und vielfältige Ideen und Gestaltungskonzepte. (mehr …)