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Artikel der Kategorie: Blog

  • Sexismus an Hochschulen (7)

    Zwei weitere Texte in der Serie zu Sexismus an Schreibschulen, Hochschulen, im Literaturbetrieb. Sandra Gugic über Sexismus im Großen und im Kleinen und warum Feminismus eine Forderung nach Gleichheit sein muss. Von erschütternden Erfahrungen an Studiengängen für Dramaturgie und Theater berichtet Darja Stocker. (Hier zu Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5, Teil 6 des Dossiers) (mehr …)
  • Und was hat das mit Sexismus zu tun?

    Ich war 20 und wollte unbedingt auf eine Schreibschule. Damals studierte ich in Zürich Ethnologie. Unsere Professorin hieß Shalini Randeria und hatte gerade ein Buch veröffentlicht: „Jenseits des Eurozentrismus: Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften.“ Etwa die Hälfte der Dozent_Innen und die Mehrzahl der Studierenden waren weiblich, davon definierte sich etwa derselbe Anteil als nicht-weiß. Wir lasen „Writing against Culture“ von Lila Abu Lughod und eine feministische Analyse der globalen Markwirtschaft von Saskia Sassen. Wer glaubte, eine Zukunft als „über allem stehender, neutraler Forscher“ in Angriff genommen zu haben wurde darauf hingewiesen, dass die Attitude des Abenteurers und Entdeckers in die Zeit der Kolonien gehöre. Wer heute Feldforschung betreibe, müsse folgende Kategorien in der eigenen Schreib-Perspektive transparent mitdenken:  das eigene Geschlecht, soziale und ethische Zugehörigkeiten sowie historische Hintergründe. (mehr …)
  • FuckAbilities

    I want a women’s revolution like a lover. // Robin Morgan, Monster, Poem 1972 Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn. // Johanna Dohnal, Gastvortrag TU Wien, WIT Colloquium, 2004 This war won’t end in my lifetime. // Rebecca Solnit, Men Explain Things to Me, 2014 (mehr …)
  • Presseschau: Sexismus an Hochschulen

    Seit Anfang Juli entsteht im Blog das Dossier zum Thema Sexismus an Hochschulen, welches gemeinsam mit dem Merkur betreut, redigiert und herausgegeben wird von Alina Herbing und Lena Vöcklinghaus. Neben eigenen Beiträgen im Dossier haben sie mit anderen über ihre Arbeit daran geredet und eigene Artikel veröffentlicht. Auf dem Wepsert-Blog gibt es ein Interview mit Lena Vöcklinghaus unter anderem über ihre direkte Beteiligung als Redakteurin und darüber, dass es auch in diesem Dossier Grenzen des Sagbaren gibt. Und in der Süddeutschen Zeitung spricht Alina Herbing in einem Artikel die kleinen Dinge wie die sogenannte Scherzkommunikation an, in denen Sexismus zum Ausdruck kommt. Wie schon in ihrem Beitrag im Merkur-Blog geht es auch um die Bedeutung der nicht so kleinen Dinge wie Männergemeinschaften und Fakten in Form von Prozentzahlen. Das ist nur ein Ausschnitt aus der medialen Resonanz der Debatte. Im Folgenden findet sich eine Liste von Beiträgen (in der Reihenfolge ihres Erscheinens), in denen auf die Diskussion reagiert wurde. (mehr …)
  • „Was, wenn der Streit der Grund für unseren Fortschritt wäre?“

    Irritation und Innovation am Beispiel der TV-Serie The Big Bang Theory und Ludwik Flecks Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache Eben schlug ich das Mitgliedermagazin meiner Hausbank auf. Das Titelthema lautet: "Gemeinschaftlich. Mehr Miteinander bitte!" Im Editorial heißt es: "Gemeinschaftsgefühl steht derzeit hoch im Kurs. Das ist erfreulich. Aber gleichzeitig geht es auch wieder des Öfteren um die Abgrenzung von anderen Menschen, Staaten und Kulturen. […] Was sind Gemeinschaften, aus denen etwas Positives für alle erwächst?" Innovation, Gemeinwesen, Inklusion, Vertrauen, Brücken über Kontinente, gemeinschaftliches Tun und soziale Prozesse sind weitere – eindeutig positiv besetzte – Schlüsselbegriffe des Textes. (mehr …)
  • Regina Schmeken-Ausstellung im Gropius-Bau in Berlin

     

    Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU

    29. Juli bis 29. Oktober 2017 - Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau

      Als Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) bezeichnete sich eine rechtsextreme terroristische Vereinigung in Deutschland. Innerhalb von sieben Jahren, von 2000 bis 2007, ermordeten Mitglieder des NSU zehn Menschen in verschiedenen deutschen Städten von Rostock über Hamburg, Dortmund, Kassel, Köln, Heilbronn, Nürnberg bis München. Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung, die in Deutschland lebten und arbeiteten, sowie eine Polizistin. Am 4. November 2011 wurde die Gruppe aufgedeckt. Angehörige der Mordopfer, Betroffene der Anschläge und die Öffentlichkeit erfuhren erstmals von der Existenz des NSU. Der Prozess am Oberlandesgericht in München gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben sowie weitere fünf mutmaßlich Beteiligte begann 2013, das Urteil steht noch aus, ebenso die restlose Aufklärung der Taten. Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 die Tatorte des NSU zu fotografieren. Die zehn ermordeten Menschen wurden auf dem Boden liegend gefunden, brutal hingerichtet von rechtsradikalen Terroristen. In ihrem Ausstellungsprojekt „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ geht es ihr um das Gedenken an die Ermordeten sowie eine Auseinandersetzung mit jenen Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte sie mehrmals die Tatorte. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarzweiß-Fotografien, die verstörend wirken. mehr Infos finden Sie hier Öffnungszeiten: MI bis MO 10:00–19:00 DI geschlossen Sonderöffnung: DI 3. Oktober 2017 von 10:00–19:00 geöffnet Eintritt: € 4 / ermäßigt € 3 Gruppen (ab 5 Personen) p. P. € 3 Schülergruppen p. P. € 1 Eintritt frei bis 16 Jahre  
      Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau Eine Ausstellung des Militärhistorischen Museums Dresden.
  • Sexismus an Hochschulen (6)

    Vier neue Texte in der Reihe zu Sexismus an Hochschulen: Wir machen also weiter. In der neuesten Folge meldet sich die Schreibschule in der ersten Person zu Wort; Paul Brodowsky und Florian Kessler, beide Hildesheim-Absolventen, sprechen darüber, wie die Debatte ihren Blick auf die eigene Schule verändert. Christiane Frohmann schreibt über scheinbar unbedeutende Vorfälle, die deutlich machen, dass sich Sexismus durchaus auch in Komplimenten verstecken kann. Und Berit Glanz berichtet über den ernüchternden Stand der Dinge in den Geisteswissenschaften. (Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4, Teil 5.) (mehr …)
  • Der blinde Fleck

    Ein Gespräch von Paul Brodowsky und Florian Kessler über die Sexismusvorwürfe an deutschsprachigen Schreibschulen und in der Literaturwelt. Florian: Paul, Du hast im allerersten Jahrgang des Hildesheimer Studiengangs studiert, von 1999 an. Jetzt bricht achtzehn Jahre später ganz plötzlich diese große Debatte los über Sexismus in Schreibschulen – hat Dich das erstaunt oder gewundert? (mehr …)
  • Ich bin die Schreibschule. Fragt mich mal, wie ich sein will! Nämlich anders.

    Eine Blaupause

    Zu lange dachte ich selber – ich, die Schreibschule – ich müsste so bleiben, wie man mich gemacht hat. Man hat mich ja auch in schöne Häuser gesetzt und grüne Gärten um mich angelegt und mir nahegelegt, die Abschlüsse und Veröffentlichungen meiner Studierenden seien das, worauf es ankäme. Aber es kommt auf viel mehr an. Und auf viel größeres. Deshalb will ich, die Schreibschule, endlich anders werden. Hier ist, wie. (mehr …)
  • Wirklich nett gemeinter Sexismus: Ein etwas länger zurückreichender Blick, im Gegenstand aber wohl zeitlos

    Ich bin während meines Studiums der Literaturwissenschaft an der FU Berlin vor gut zwanzig Jahren von männlichen wie weiblichen Lehrkräften und Kommilitonen durchgängig gut behandelt, ermuntert, unterstützt und in meinem Eigensinn bestärkt worden. Dafür bin ich dankbar. Aber ich erinnere mich an zwei Momente kurz nach dem Magister, in denen sich gefühlt der Boden auftat, weil Lehrende, d.h., Respektspersonen, mit mir auf eine schmeichelhaft gemeinte, aber unangemessene und dadurch auch respektlose Weise sprachen. Damals lernte ich: Es gibt vergiftetes Lob, und es gibt Sexismus, der als Kompliment daherkommt. Ich weiß, dass dieses Problem fortbesteht, und es ist für mich Teil dieser aktuellen Debatte. (mehr …)